"Ein Kuss von Béatrice": Am Ende ist doch alles anders

    7. Juni 2017, 14:35
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    Catherine Frot trifft in dem Film auf Catherine Deneuve, ehemals Geliebte ihres Vaters

    Claire (Catherine Frot) ist knappe fünfzig, hat ihren Sohn allein großgezogen und ist gerne Hebamme. Mithin eine Frau wie aus einem französischen Arthousefilm. In das Provinzkrankenhaus, in dem sie so lange noch arbeitet, bis es geschlossen wird, fährt sie jeden Tag mit dem Fahrrad. Sie trinkt nicht, raucht nicht und ernährt sich vollwertig.

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    Weil das für eine Geschichte aber noch nicht reicht, erhält Claire eines Abends einen Anruf von Béatrice (Catherine Deneuve), der ehemaligen Geliebten ihres verstorbenen Vaters. Béatrice braucht Hilfe und sucht diese bei der patenten Claire, deren Alltag dadurch gehörig durcheinandergerät. Und außerdem entdeckt sie im Schrebergarten des alten Nachbarn dessen Sohn, der ebenfalls – und natürlich rein zufällig – alleinstehend ist.

    Während sich der Originaltitel Sage femme auf die Besonnenheit Claires bezieht, die eines herben Charmes nicht entbehrt, rückt die deutsche Übersetzung Ein Kuss von Béatrice das Augenmerk fälschlicherweise auf die merkwürdig deplatziert wirkende Deneuve, deren Rolle leider bis zuletzt vordergründig bleibt. Man merkt diesem Film an, wie viel Mühe Regisseur und Autor Martin Provost beim Zusammensetzen der Szenen hatte und wie sehr hier für eine Dauer von zwei Stunden (fast) alles vom Spiel Catherine Frots abhängt. Das ist selbst als Hebamme schwer zu stemmen. (pek, 7.6.2017)

    • Kompliziertes Verhältnis: Catherine Deneuve und Catherine Frot in "Ein Kuss von Béatrice".
      foto: michael crotto / thimfilm

      Kompliziertes Verhältnis: Catherine Deneuve und Catherine Frot in "Ein Kuss von Béatrice".

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