Die Vielfalt der Klänge in einem offenen Haus

8. Juni 2017, 09:00
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Das Musikprogramm des Festspielhauses St. Pölten

St. Pölten – Tanz, Musik und Architektur: Diese drei Bereiche will das Festspielhaus St. Pölten als "Ort der aktiven Begegnung" miteinander verbinden.

Seit der Saison 2013/14 bringt die künstlerische Leiterin Brigitte Fürle in dem vor 20 Jahren eingeweihten, ausladenden Bau des Grazer Architekten Klaus Kada Spielpläne zustande, die der Geschichte des Hauses ebenso verpflichtet sind wie einer ausgewogenen Mischung im Programm,

Zeitgenössischer Tanz, Weltmusik und Jazz fließen mit einer markanten Klassikschiene zusammen, deren Rückgrat das Tonkünstler-Orchester als hauseigenes Residenzorchester bildet. Dabei werden auch immer wieder alternative Konzertformate und szenische Projekte entwickelt.

Ein Tap-Dance-Star kommt

In der kommenden Saison bringt das Festspielhaus gleich zum Start die Österreich-Premiere von Jacques Offenbachs Opéra bouffe Die schöne Helena als Gastspiel der Komischen Oper Berlin (Inszenierung: Barrie Kosky, Stefan Soltesz dirigiert das Tonkünstler-Orchester, Termine: 23. und 24. 9. 2017)

Neben seinen zwölf klassischen symphonischen Programmen unter dem Motto "Kosmos Bernstein" tritt der hauseigene Klangkörper auch zusammen mit Savion Glover, dem Oscar-prämierten Tap-Dance-Star, auf (26. 4. 2018). So ist Amerika diesmal mehrfach ins Programm eingeflochten, und man kann auch erfahren, dass der neue Chefdirigent Yutaka Sado bei Leonard Bernstein seine "Lehrjahre" verbracht hat.

Im Werther tönen Leiden

Neben dem großen Format der Orchesterkonzerte hat sich die hauseigene Kammermusik-Reihe etabliert, in der das Diogenes Quartett, das mit seiner Aufnahme sämtlicher Streichquartette von Franz Schubert Aufsehen erregte, ebenso gastiert (19. 10. 2017) wie das Friedrich Lux Streichquartett Wien, das Goethes Die Leiden des jungen Werthers mit Musik von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann in Verbindung bringt (9. 11. 2017).

Mit einem Beethoven-Abend sind der Cellist Nicolas Altstaedt und der Pianist Alexander Lonquich zu Gast (14. 2. 2018), und gleichfalls Beethoven erklingt zu einem weiteren musikalisch-literarischen Projekt, wenn Peter Simonischek und Brigitte Karner den Briefwechsel des Ehepaares Tolstoi in der Dramatisierung von Andrea Clemen lesen. Geigerin Hemma Tuppy und Pianistin Freya Tuppy interpretieren dazu die Kreutzersonate, in der Interpretation von Hemma und Freya Tuppy (5. 4. 2018).

Aufbruch zur Winterreise

Weitere musikalische Programmhöhepunkte der kommenden Saison sind Franz Schuberts Winterreise mit Bariton Matthias Goerne und Pianist Alexander Schmalcz (4. 11. 2017), Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit dem Chor Ad Libitum und dem Originalklangorchester Barucco unter der Leitung von Heinz Ferlesch (10. 12. 2017) sowie ein Abend mit dem Klavierduo Katia und Marielle Labèque mit Werken von Béla Bartók und Johannes Brahms (14. 1. 2018). (Daniel Ender, 8.6.2017)

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