Novelle zum Wirtschaftsprüfergesetz passiert Ministerrat

7. Juni 2017, 13:57
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Hübner: "Wir haben seit Jahren dafür gekämpft" – Novelle bringt Befugniserweiterungen

Wien – Sehr erfreut zeigt sich die Kammer der Wirtschaftstreuhänder (KWT), dass es die Novelle des Wirtschaftstreuhandberufsgesetzes (WTBG) heute doch noch durch den Ministerrat geschafft hat und nicht zum Opfer der vorgezogenen Neuwahlen wurde. "Wir haben seit Jahren dafür gekämpft", so KWT-Präsident Karl Hübner am Mittwoch zur APA.

Es sei sehr erfreulich, dass die Novelle noch umgesetzt wird, sagte Hübner. Die Novelle sei dem Wirtschaftsausschuss zugewiesen worden, die Behandlung im Nationalrat sei nun für den 28. oder 29. Juni vorgesehen.

Mit der Novelle werde es erstmals eine direkten Zugang zum Beruf des Wirtschaftsprüfers geben. Das sei auch international so üblich. Es seien zwei eigenständige Berufsstände entstanden. Zur Zeit sei es nur möglich, wenn auch gleichzeitig die Steuerberaterprüfung gemacht werde. Zuletzt seien die Zulassungen zum Wirtschaftsprüfer auch aus Haftungsgründen zurückgegangen. "Das sollte wieder positiv gesehen werden", so Hübner.

In einem zweiten Punkt, der Erweiterung der Befugnisse der Wirtschaftstreuhänder auf den Abschluss von formularmäßigen Verträgen, sieht Hübner keine Konkurrenz zu den Rechtsanwälten, die diese Erweiterung zuletzt kritisiert hatten.

Ein weiterer Punkt betrifft die Vertretung bei der Finanzpolizei. Bisher waren die Wirtschaftsprüfer nicht berechtigt, für Klienten einzutreten bzw. diese zu vertreten. Da sei ein Vakuum entstanden, so Hübner. Nunmehr sollen die Wirtschaftsprüfer berechtigt werden, in Verwaltungsstrafverfahren – etwa im Zusammenhang mit dem Ausländerbeschäftigungsgesetz oder bei Lohn- und Sozialdumping-Themen – ihre Kunden zu vertreten. Das solle nun möglich werden, insbesondere auch in der Lohnverrechnung. "Das wird bei uns auch gelehrt und ist für die Wirtschaft eine sinnvolle Geschichte", so Hübner. (APA, 7.6.2017)

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