Schwarzarbeit bleibt für deutsches Finanzministerium riesiges Problem

7. Juni 2017, 10:53
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Schaden beläuft sich auf 875,6 Millionen Euro im Vorjahr – Auch mehr Ermittlungsverfahren

Berlin – Die Schwarzarbeit bleibt in Deutschland trotz aller Bemühungen zu ihrer Eindämmung ein großes Problem. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen den 13. Bericht des Finanzministeriums über die Auswirkungen des Gesetzes gegen Schwarzarbeit.

Die Schadenssumme in Verbindung mit illegaler Beschäftigung belief sich demnach 2016 auf insgesamt 875,6 Millionen Euro nach 799,1 Millionen Euro im Jahre 2013. Insbesondere die lohnintensiven Wirtschaftszweige wie der Bau, das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, der Transport- und Reinigungsbereich sowie die Fleischwirtschaft sind von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung betroffen.

Mehr Geldstrafen

Die Zahl der bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS) abgeschlossenen Ermittlungsverfahren wegen Straftaten in diesem Bereich nahmen von 2013 bis 2016 von 94.962 auf 107.080 zu. Auch die Summe der Geldstrafen, -bußen und Verwarngelder wuchs in dem Vier-Jahres-Zeitraum von 70,8 Millionen Euro auf 82,8 Millionen Euro.

Dennoch kam das Ministerium unter Berufung auf das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen zu dem Ergebnis, dass sich der Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland in den letzten Jahren tendenziell verringert habe. In dem Bericht ist mit Blick auf Expertenschätzungen von einem Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland die Rede, der von 341 Milliarden Euro im Jahre 2013, also gut zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, leicht auf 336 Milliarden Euro im Jahre 2015 – also 10,8 Prozent der Wirtschaftsleistung – gesunken sein soll. Mit der Größe der Schattenwirtschaft liegt Deutschland dem Bericht zufolge unter den Industrieländern im Mittelfeld. (APA, 7.6.2017)

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