Pro & Kontra: Netzstrümpfe

    25. Juli 2017, 10:02
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    "Das Beste sind die Löcher" oder "kein gschmackiger Anblick"

    foto: getty images/istockphoto/vladimirfloyd

    Pro
    von Siegfried Lützow

    Mit Netzstrümpfen verhält es sich so wie mit Emmentaler – das Beste sind die Löcher. Die machen die Beinlinge zwar für anonymisierte Abhebversuche mittels Neun-Millimeter-Scheckkarte denkbar ungeeignet ("Eine Million in kleinen Scheinen und Finger weg vom Alarmknopf, sonst kracht's! Aber gerne, Herr Lützow, schöner Strumpf übrigens!"), erfüllen aber sonst allerlei Zwecke hervorragend. Einerseits lässt sich mit ihnen Beute machen. Nicht umsonst firmieren die Ajour-Gemusterten auch unter Fishnets, wobei hier die einfachste Regel der Gewässerplünderei – je weiter die Maschen, desto kleiner der Fang – nicht unbedingt gilt.

    Viel wichtiger noch – und deshalb wurden sie sicher auch von Marilyn oder Madonna oft und oft vorgeführt: Netzstrümpfe sind bequem, sorgen für ein angenehmes Hautklima auch bei höheren Temperaturen, ermöglichen die Luftzirkulation, halten also Schweißfüße hintan und sind zudem unverwüstlich. Das sage ich, so wahr ich Dr. Frank N. Furter heiße! Also nur keine falsche Scham oder übertriebene Angst, dass man Sie der, nun ja, Kokotterie zeiht.

    Kontra
    von Andrea Schurian

    Ooohhkee, behaarte Männerhaxen, die netzbestrumpft aus kurzen Höschen ragen: Das hat was – zumindest Seltenheitswert. Und, ja, wohlgeformte lange (Jung-)Damenbeine, von feinen schwarzen Netzen umrankt: höchst ansehenswert – und das in genau jeder Lebenslage. Netzgestrümpf hingegen, das tiefe Wellentäler ins dralle Beinfleisch schneidet: kein gschmackiger Anblick. Leider ist die Mehrzahl meiner Geschlechtsgenossinnen (mich inkludiert) halt "koa Hirtamadl net", sondern "a Madl aus da Stådt, wos dicke Wadln håt" (©Hubert von Goisern). Daher, Schwestern, ist für unsereins der Häkellook am Bein schon aus Gründen der Selbstachtung ein ästhetisches No-Go.

    Abgesehen davon stellt sich schlicht die praktische Frage nach dem Wozu. Weil: In der kalten Jahreszeit wärmen Netzstrümpfe höchstens die Herzen schaufreudiger Herren, nicht aber die unteren Extremitäten der Netzstrumpfgazelle. Was wiederum äußerst reizend auf deren Blase und Nieren wirkt. Und in der Sommerhitze ist untenrum sowieso nichts angenehmer als: nichts. (RONDO, 24.7.2017)

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