Billiglöhner aus Thai-Hühnerfabrik wegen Beschwerde vor Gericht

7. Juni 2017, 08:42
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Der Vorwurf der Mitarbeiter: 20 Stunden Arbeit und Schlafen bei den Hühnern. Der Unternehmer klagte wegen Diffamierung

Bangkok – Wegen einer Beschwerde über die schlechten Arbeitsbedingungen in einer thailändischen Hühnerfabrik stehen seit Mittwoch 14 Billiglöhner aus dem Nachbarland Myanmar in Bangkok vor Gericht. Das Unternehmen verklagte die Arbeiter deshalb wegen "Diffamierung", wie ein Justizsprecher bestätigte. Bei einer Verurteilung droht ihnen bis zu ein Jahr Gefängnis. Thailand gehört weltweit zu den größten Produzenten und Exporteuren von Hühnerfleisch.

Die Arbeiter hatte sich nach Angaben ihres Anwalts Andy Hall unter anderem darüber beklagt, dass sie in der Fabrik bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten müssen. Angeblich mussten sie auch bei den Hühnern schlafen. Als Beweis dafür brachten einige von ihnen auch ihre Stechkarten zur Polizei. Zwei der Männer sollen sich deshalb – über die Diffamierungsklage hinaus – auch wegen Diebstahls der Stechkarten verantworten müssen.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch appellierte an die thailändischen Behörden, die Klagen fallen zu lassen. In dem südostasiatischen Land sind mehr als 1,2 Millionen Menschen aus Myanmar als Gastarbeiter registriert. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Auch viele Hausangestellte aus Myanmar arbeiten zu verhältnismäßig niedrigen Löhnen in den Haushalten von reicheren Thailändern und Ausländern. (APA, 7.6.2017)

  • Symbolbild Hühner.
    foto: afp photo / jean-francois monier

    Symbolbild Hühner.

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