Türkischer Amnesty-Chef festgenommen und Büro durchsucht

7. Juni 2017, 06:25
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Taner Kiliç und 22 weitere Anwälte wurden in der Provinz Izmir festgesetzt

Istanbul/Ankara – Die türkischen Behörden haben nach Angaben von Amnesty International den Landeschef der Menschenrechtsorganisation festgenommen. Taner Kiliç werde verdächtigt, Verbindungen zum Netzwerk des muslimischen Predigers Fethullah Gülen zu haben, erklärte Amnesty am Dienstagabend.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vor einem Jahr verantwortlich. Die Regierung hat seither rund 50.000 Menschen verhaftet und 150.000 aus meist öffentlichen Ämtern entlassen.

Haus und Büro durchsucht

Kiliç und 22 weitere Anwälte seien in der Provinz Izmir festgenommen worden, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. Kiliçs Haus sei ebenso durchsucht worden wie das Amnesty-Büro. Es gebe derzeit aber keinen Hinweis darauf, dass die Festnahme in Zusammenhang mit Kiliçs Arbeit für Amnesty stehe. Es sehe auch nicht nach einem speziell gegen Amnesty gerichteten Vorgehen aus. Vorläufig sei unklar, weshalb Kiliç verdächtigt werde, Verbindungen zum Gülen-Netzwerk zu haben. (APA, 7.6.2017)

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