IS-Gegner rücken in Jihadistenbastion Raqqa vor

7. Juni 2017, 06:18
43 Postings

Heftige Straßenkämpfe in IS-Hochburg im Norden des Landes

Damaskus – Nach dem Beginn des Sturms auf die wichtigste verbliebene IS-Hochburg Raqqa in Nordsyrien liefern sich die Jihadisten weiter erbitterte Gefechte mit ihren Gegnern. Vom US-Militär unterstützte Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) seien in das östliche Stadtviertel Al-Mosheileb eingedrungen und zwängen die Extremisten dort zum Rückzug, sagte ein Sprecher am Dienstag. Es gebe heftige Straßenkämpfe. Kurdischen Quellen zufolge lieferten sich SDF-Kräfte auch am westlichen Rand der Großstadt Kämpfe mit dem IS.

Inoffizielle IS-Hauptstadt

Die SDF bestehen neben den führenden kurdischen Volksschutzeinheiten YPG auch aus arabischen Kämpfern. Die US-Regierung hatte vergangenen Monat angekündigt, die YPG mit Handfeuerwaffen, Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten. Unterstützt werden die Truppen auch von Luftangriffen der Anti-IS-Allianz unter Führung der USA.

Seit dem Start der Militäroperation zur Befreiung Raqqas im November sind die SDF-Truppen immer weiter auf die inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgerückt. Nach Süden hin ist Raqqa trotz militärischer Erfolge der IS-Gegner noch immer an die IS-Gebiete im Osten Syriens und im Irak angebunden.

Erneut Luftangriffe

Neben dem fast komplett eroberten Mossul im Irak gilt der Ort am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Raqqa wird seit 2014 von den Extremisten beherrscht.

Im Süden Syriens griff die US-geführte Militärkoalition erneut regierungsnahe Kräfte aus der Luft an. Mehr als 60 Kämpfer seien am Dienstag mit einem Panzer, Artilleriegeschützen, gepanzerten Fahrzeugen und Flugabwehrwaffen in eine Deeskalationszone nahe At Tanf eingedrungen, teilte das US-Militär mit. Sie hätten eine Gefahr für Koalitionskräfte und Verbündete dargestellt. Nach mehreren Warnungen habe das Bündnis sie daher aus der Luft angegriffen. Zwei Artilleriegeschütze und eine Flugabwehrwaffe seien zerstört und der Panzer beschädigt worden. Es blieb zunächst unklar, ob es Tote gab.

Bereits am 18. Mai hatten die USA regierungsnahe Milizen angegriffen, die sich der Deeskalationszone genähert hatten. Das US-Militär bildet dort eigenen Angaben zufolge Verbündete im Kampf gegen den IS aus. (APA, 7.6.2017)

  • Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte vor Raqqa.
    foto: reuters/rodi said

    Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte vor Raqqa.

    Share if you care.