Kuppeln aus Methaneis geben Anlass zur Sorge

7. Juni 2017, 10:00
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Schlummernde Gefahr in der Barentssee: Forscher analysierten die Krater alter Methanhydratexplosionen und fanden Anzeichen dafür, das neue bevorstehen könnten

Tromsø/Wien – Es war der Bestseller "Der Schwarm" von Frank Schätzing, der dem Thema Methanhydrat eine größere Öffentlichkeit bescherte. Dieses Methaneis findet sich in vielen Meeren unmittelbar unter dem Boden, doch durch die Erwärmung der Meere, so die Befürchtung, könnte es freigesetzt werden. Und da Methan ein Treibhausgas ist, würde es zur weiteren Erderwärmung beitragen.

Forscher von Norwegens Arktischer Universität in Tromsø haben nun gleich in zwei Studien mehr über die Vergangenheit und Gegenwart der Methaneisvorkommen in der Barentssee nördlich von Norwegen herausgefunden. Ihre Erkenntnisse tragen nicht unbedingt zur Beruhigung bei.

Explosionen vor 11.000 Jahren

In der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Science" analysieren Karin Marie Andreassen und Kollegen rund 100 Krater, die bis zu einen Kilometer Breite haben und die Überbleibsel von "hochgegangenen" Methaneisreservoirs in der Barentssee sind. Laut den Forschern wurden diese Vorkommen vor rund 16.000 Jahren durch die Entgletscherung instabil, ehe der Druck so sehr zurückging, dass die Methaneisvorkommen vor rund 11.000 Jahren explodierten und die Krater hinterließen.

Für eine zweite Studie untersuchte ein Team rund um Andreassens Kollege Pavel Serov mit einem Unterseeboot jene Region in der Barentssee, die mit 390 Metern nur um 20 Meter tiefer liegt als jene mit den Kratern. Wie Serov und sein Team im Fachmagazin "PNAS" berichten, befinden sich in der Gegend riesige Wölbungen von bis zu zehn Metern Höhe und 500 Metern Durchmessern, aus denen bereits Methan austritt.

Kuppelbildung vor der Freisetzung

Serov geht davon aus, dass sich solche "Methanhydrat-Kuppeln" bilden, ehe es zu den explosionsartigen Freisetzungen kommt. Wann Letzteres der Fall sein wird, können die Forscher zwar noch nicht sagen, sie befürchten aber, dass das noch zu ihrer Lebenszeit geschehen wird. (tasch, 7.6.2017)

  • Eine der untersuchten Kuppeln, unter denen sich Methaneis befindet. Diese Formationen sind rund 500 Meter breit und 10 Meter hoch. In unmittelbarer Nähe zeugen Explosionskrater davon,  wie solche Kuppeln vor 11.000 Jahren explodierten.
    pavel serov/cage

    Eine der untersuchten Kuppeln, unter denen sich Methaneis befindet. Diese Formationen sind rund 500 Meter breit und 10 Meter hoch. In unmittelbarer Nähe zeugen Explosionskrater davon, wie solche Kuppeln vor 11.000 Jahren explodierten.

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