NSA-Leak: Drucker könnte Whistleblowerin enttarnt haben

6. Juni 2017, 13:17
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"Machine Identification Code" auf veröffentlichtem Dokument zu finden

Weil sie einen geheimen NSA-Bericht zur Beeinflussung der vergangenen US-Präsidentschaftswahl durch Russland an das Medium The Intercept weitergegeben haben soll, hat das FBI vor kurzem eine 25-jährige Frau festgenommen. Der Mitarbeiterin eines Unternehmens im Auftrag der NSA (Contractor) steht nun eine Anklage unter dem Espionage Act und damit potenziell eine lange Haftstrafe bevor.

Die Festnahme erfolgte bereits unmittelbar, nachdem The Intercept die Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Der angeblichen Whistleblowerin könnte dabei ihr Drucker zum Verhängnis geworden sein, schreibt Heise.

Identifikationscode auf geleaktem Dokument

Sie hatte den NSA-Bericht in Form eines Scans an das Medium übermittelt. Dieser enthielt aber nicht nur brisante Enthüllungen bezüglich des Vorgehens des russischen Geheimdienstes, sondern auch eine konkrete Spur zur Quelle des Leaks. Und zwar in Form des "Machine Identification Codes".

Dieser wurde einst auf Bestreben der US-Regierung eingeführt und besteht aus einem Punktemuster, das Geräte mit Farblaser auf jeder Seite hinterlassen sollen. Sichtbar wird es allerdings erst, wenn man etwa den Kontrast stark steigert oder die Farben des Dokuments invertiert. Der Code, der schon länger entschlüsselt ist und sich etwa mit einem Online-Tool der Electronic Frontier Foundation auslesen lässt, gibt Aufschluss über die Zeit des Ausdrucks und den verwendeten Drucker.

Auch auf den geleakten Dokumenten soll ein solcher Code zu finden sein. Für das FBI könnte dies eine wichtige Spur auf der Suche nach der Quelle des Leaks gewesen sein. Dementsprechend ist nunmehr auch Kritik an The Intercept laut geworden.

Auf Twitter stellt etwa der Hacker Matthew Garrett die Frage, ob eine unbearbeitete Veröffentlichung der Dokumente wirklich notwendig gewesen sei. Er weist allerdings auch darauf hin, dass das FBI seiner Ansicht nach die Quelle hier wohl in jedem Fall identifiziert hätte können, auch ohne dem Drucker-Code. (red, 06.06.2017)

  • Kurz nach Erscheinen des NSA-Leaks wurde dessen mutmaßliche Quelle festgenommen.
    foto: apa/afp/paul j. richards

    Kurz nach Erscheinen des NSA-Leaks wurde dessen mutmaßliche Quelle festgenommen.

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