Luftfahrtbranche ist trotz drohendem Laptop-Verbot optimistisch

6. Juni 2017, 12:34
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Nettogewinn der Airlines soll heuer gegenüber 2016 weltweit von auf 31,4 Milliarden Dollar sinken

Cancun – Die internationale Luftfahrtbranche blickt dank eines unerwartet hohen Aufkommens an Fluggästen wieder etwas zuversichtlicher auf das laufende Geschäftsjahr. Der Gewinn dürfte 2017 weltweit 31,4 Milliarden Dollar (27,9 Milliarden. Euro) erreichen, teilte der Branchenverband International Air Transport Association (IATA) beim Jahrestreffen in Cancun mit.

Vergangenen Dezember war die Prognose noch um 1,6 Milliarden. Dollar niedriger gelegen. Allerdings liegt die neue Schätzung immer noch um fast 10 Prozent unter den 34,8 Milliarden. Dollar im Vorjahr, als niedrige Kerosinpreise für kräftigen Rückenwind gesorgt hatten.

Für Ungewissheit bei der Geschäftsprognose sorgt jedoch die weiterhin drohende Ausweitung eines Laptop-Verbots auf Flügen von Europa in die USA. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt diesen Schritt und begründet dies mit der Gefahr von Anschlägen. Terroristen sollen Wege gefunden haben, Sprengstoff in solchen Geräten an Bord zu schmuggeln. Die Airlines fürchten erhebliche Geschäftseinbußen und rätseln bisher noch, warum die bisherigen Sicherheitskontrollen an den Flughäfen nicht ausreichen sollen.

Furcht vor Protektionismus

Auch an der Aufkündigung des Pariser Klimaschutzpakts durch die Trump-Administration übte die IATA Kritik und rief die Regierungen dazu auf, sich weiter für nachhaltigen Flugverkehr einzusetzen. An den Klimaschutzzielen der Branche ändere sich nichts. Der Verband ist zudem besorgt über freihandelsfeindliche Tendenzen. Protektionismus stelle eine Bedrohung für die Industrie dar, warnte Generalsekretär Alexandre de Juniac. Die IATA vertritt 275 Fluggesellschaften, die rund 83 Prozent des weltweiten Luftverkehrs ausmachen. (APA, 6.6.2017)

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