Kanada und Chile erweitern Handelsabkommen um Geschlechtergleichheit

6. Juni 2017, 11:48
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Die zwei Länder wollen dadurch Arbeitnehmerinnen und Unternehmerinnen stärken

Ottawa – Kanada und Chile haben ihren bilateralen Handelsvertrag modernisiert und um das Prinzip der Gleichheit der Geschlechter erweitert. Das neue Kapitel werde für ein "inklusives Wirtschaftswachstum sorgen", sagte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Montag in Ottawa. Die Arbeitsbedingungen sowohl für Arbeitnehmerinnen als auch für Unternehmerinnen würden sich auf diese Weise verbessern.

Konkret seien Programme zur Förderung von Gleichberechtigung geplant. Es ist das erste mal, dass Geschlechtergleichheit in einem Handelsabkommen eines G20-Staats vorkommt. Chile hat hingegen bereits eine ähnliche Klausel in einem Handelsabkommen mit Uruguay integriert.

Antwort auf "aktuelle Herausforderungen"

Trudeau äußerte sich an der Seite der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet, die die Neuerungen im Handelsabkommen als Antwort auf aktuelle "globale Herausforderungen" bezeichnete – darunter die protektionistische US-Wirtschaftspolitik. Chile und Kanada hätten ihr "Teenager-Abkommen" zu einem "verantwortungsvolleren 20-jährigen Erwachsenen" weiterentwickelt, sagte sie mit Blick auf den rund zwei Jahrzehnte alten Vertrag.

Die beiden Länder hatten ihr bilaterales Handelsabkommen 1996 unterzeichnet, seitdem verdreifachte sich das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern. Während Kanada das erste G-20-Land ist, das die Geschlechtergleichheit als Prinzip explizit in einen Handelsvertrag schreibt, hatte Chile kürzlich bereits eine ähnliche Abmachung mit Uruguay getroffen. (red, APA, 6.6.2017)

  • Justin Trudeau und Michelle Bachelet haben die Neuerung im Handelsabkommen beschlossen.
    foto: apa/lars hagberg

    Justin Trudeau und Michelle Bachelet haben die Neuerung im Handelsabkommen beschlossen.

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