Werbevermarkter: Google und Facebook "dramatisch überbewertet"

6. Juni 2017, 11:36
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RTL-Chefvermarkter Matthias Dang fordert Unternehmen auf, Werbeinvestments in Online-Plattformen stärker zu fragen

Berlin – Für "dramatisch überbewertet", hält Matthias Dang, Chef des RTL-Vermarkters IP Deutschland Google und Facebook aus. Im Interview mit "W&V" fordert Dang die Unternehmen auf, Werbeinvestments in die Online-Plattformen stärker zu hinterfragen.

Unternehmen würden die US-Multis nicht "mit dem gleichen Maß messen wie zum Beispiel das Fernsehen", sagt Dang und geht vor allem mit Facebook hart ins Gericht: "Wenn Live-Videos etwa von Morden bei Facebook erst nach 24 Stunden gelöscht würden, sollten die Werber sich fragen, ob sie überhaupt einen Konzern unterstützen wollen, "der so etwas zulässt", sagt Dang: "Warum stellt niemand die Frage, ob man überhaupt einen Konzern unterstützen soll, der so etwas zulässt" und "der überhaupt nicht die Mechanismen hat, Live-Übertragungen von Morden zu verhindern"?

"Endlich Konsequenz auch gegenüber Google und Facebook zeigen"

Im TV-Geschäft sei so etwas auch an der Tagesordnung. Es gebe "immer noch Unternehmen die uns erklären: Ich möchte nicht nur in diesen Umfeldern nicht werben. Ich möchte überhaupt keinen Sender belegen, der so etwas zeigt".

Dang appelliert an die Werbekunden, "endlich die Konsequenz, die sie uns gegenüber an den Tag legen, auch gegenüber Google und Facebook zu zeigen".

Zwar nutzen auch die RTL-Sender Facebook & Co zur Promotion von Sendungen und eigenen Angeboten, aber komplette Serienfolgen bei Facebook oder YouTube zu zeigen, schließt Dang strategisch "komplett aus". Die Ausstrahlung des Senders Geo TV über Amazon Channels sei eine Ausnahme, da Geo ein Pay-TV-Sender ist. Dang will sich "auf kein Modell einlassen, bei dem wir Videovermarktungserlöse teilen müssen." (red, 6.6.2017)

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