Katar-Krise macht Öl-Anleger nervös

6. Juni 2017, 08:56
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Katar ist zwar der kleinste Produzent innerhalb der Opec, die Einigkeit der Ölkartellländer könnte aber bröckeln

Frankfurt – Wegen der Krise um Katar steigt bei Ölanlegern die Nervosität. Die Preise für den Rohstoff schwankten am Dienstag stark. Ein Barrel (159 Liter) der richtungsweisenden Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um zeitweise ein Prozent auf 49,00 Dollar, stieg dann aber wieder um 0,3 Prozent auf 49,60 Dollar. US-Leichtöl WTI gab ebenfalls um bis zu ein Prozent nach, drehte im frühen Handel aber wieder ins Plus und notierte 0,2 Prozent fester. Investoren befürchteten nach Meinung von Börsianern, dass die politischen Spannungen im Nahen Osten die Bemühungen des Förderkartells Opec untergraben, die Öl-Produktionsmenge zu begrenzen und das weltweit herrschende Überangebot einzudämmen.

Kleiner Produzent

Mit rund 620.000 Barrel pro Tag ist Katar zwar einer der kleinsten Produzenten innerhalb der Opec. Allerdings sei die Gefahr sehr real, dass die Einigkeit innerhalb des Ölkartells wegen der Spannungen in der Region nun zu bröckeln beginne, sagte Analyst Greg McKenna vom Brokerhaus AxiTrader. Katar ist außerdem der weltgrößte Exporteur von Flüssigerdgas (LNG).

Mehrere mächtige Nahost-Länder setzen den Golfstaat Katar wegen des Vorwurfs der Terrorismusunterstützung massiv unter Druck. Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain gaben am Montag bekannt, ihre diplomatischen Verbindungen zu Katar abzubrechen. (Reuters, 6.6.2017)

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