Australische Polizei stuft Geiselnahme als Terrorattacke ein

6. Juni 2017, 11:04
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Jihadistenmiliz IS reklamiert Tat in Melbourne für sich – Turnbull: "schockierendes und feiges Verbrechen"

Melbourne – Die australische Polizei hat die Geiselnahme in Melbourne vom Montag als Terrorattacke eingestuft. Bei dem Zwischenfall, den inzwischen die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich beansprucht hat, wurde ein Mann getötet, die als Geisel genommene Frau blieb unversehrt.

Polizeichef Graham Ashton sagte am Dienstag, der Fall werde als Terrorattacke eingestuft, allerdings nicht als Teil einer größeren Verschwörung. Zum Bekenntnis des IS sagte er, dieser "springt immer auf und erklärt sich verantwortlich, sobald etwas passiert".

Wegen Explosion gerufen

Polizisten hatten am Montag den 29-jährigen Australier somalischer Abstammung erschossen, der in einer Wohnung eine Frau in seine Gewalt gebracht hatte. Medienberichten zufolge rief er einen Radiosender an und sagte: "Das ist für den IS, das ist für Al-Kaida." Die Polizei war laut Ashton wegen einer mutmaßlichen Explosion in das Gebäude in Brighton gerufen worden, die sich dann als Schuss herausstellte.

In der Lobby hätten die Beamten die Leiche eines Rezeptionisten entdeckt, der mutmaßlich vom Geiselnehmer erschossen wurde. Der Angreifer habe auf die ankommenden Polizisten gefeuert, dabei seien drei Beamte verletzt worden.

Angreifer vorbestraft

"Diese terroristische Attacke eines vorbestraften Kriminellen – eines Mannes, der erst kürzlich auf Bewährung freigekommen war – ist ein schockierendes und feiges Verbrechen", sagte Premier Turnbull. Die Tat unterstreiche, dass Australien angesichts "des islamistischen Terrorismus" wachsam sein müsse. Die australischen Behörden haben nach eigenen Angaben seit September 2014 zwölf Angriffe verhindert. Vier Anschläge konnten nicht vereitelt werden.

Der am Montag erschossene Mann war zuletzt wegen geplanter Brandstiftung im Gefängnis. 2010 war er von dem Vorwurf freigesprochen worden, 2009 an den Plänen für einen Anschlag auf einen Armeestützpunkt des Landes beteiligt gewesen zu sein. (APA, 6.6.2017)

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