Prophetische Nervensäge: "Sherlock" ist im ORF angekommen

5. Juni 2017, 15:10
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Mit professioneller Haltung ist der eingebildete britische Inspektor noch nie weit gekommen

Alles kann man Sherlock Holmes auch nicht glauben. Angeblich löscht er jede einlangende SMS, die mit "Hi" anfängt? Echt? Das ist keine professionelle Einstellung! Unhöflich obendrein. Aber mit professioneller Haltung ist der eingebildete britische Inspektor noch nie weit gekommen. Drum ist er auch nicht bei der Polizei, sondern Freiberufler.

Ständig und ohne Rücksicht auf Bluthochdruck gilt es, unermesslich verwickelte Fälle zu lösen, die in James-Bond-haft ausladende Reisen um den Erdball münden. Für gutes Benehmen bleibt – trotz Eloquenz – meist wenig Zeit.

Prophetische Nervensäge

Jetzt ist die prophetische Nervensäge zurück. Ein halbes Jahr nach der BBC-Premiere startete jetzt auch auf ORF die vierte Staffel. Da können ungeduldige Fans jetzt noch so sehr mosern, im hiesigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht das einfach nicht schneller. Der Sender hat das Suchtpotenzial seines Publikums aber real eingeschätzt und ließ nach dem ersten Teil am Sonntagabend – SherlockDie sechs Thatchers – gleich tags darauf Teil zwei folgen (Sherlock – Der lügende Detektiv). Wie es bis zum Sonntag auszuhalten ist, an dem Teil drei ausgestrahlt wird (Das letzte Problem), ist noch unklar.

Diese Neuverfilmung des Sherlock Holmes-Klassikers von Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) ist allerdings auch ein Opfer einer inflationär hohen Dichte an telekommunikativen Geräten und deren exzessiven Gebrauchs. Ohne GPS kommt heute höchstens noch Mord mit Aussicht aus.

59 verpasste Anrufe? Die können Sherlock Holmes nicht aus der Ruhe bringen. Ein manipulierter Skype-Anruf schon eher. Aber vor allem frag ich mich: Wann bloggt Dr. Watson endlich wieder? (Margarete Affenzeller, 5.6.2017)

Montagabend um 21.50 läuft in ORF 1 Sherlock – Der lügende Detektiv.

  • Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht den schmerzhaften Verlust seines Freundes Dr. John Watson selbstzerstörerisch mit Drogen zu betäuben. Im Rausch erscheint ihm eine Klientin mit einem originellen Auftrag aufsucht: Ihr Vater habe einen Mord begangen, und sie möchte wissen, wer das Opfer war.
    foto: orf/degeto/bbc/hartswood films

    Sherlock (Benedict Cumberbatch) versucht den schmerzhaften Verlust seines Freundes Dr. John Watson selbstzerstörerisch mit Drogen zu betäuben. Im Rausch erscheint ihm eine Klientin mit einem originellen Auftrag aufsucht: Ihr Vater habe einen Mord begangen, und sie möchte wissen, wer das Opfer war.

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