Südkoreas neue Regierung strebt Energiewende an

4. Juni 2017, 12:11
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Abkehr von Kohle- und Atomstrom – Umweltschutz werde künftig eine zentrale Rolle spielen

Seoul – Südkoreas neue Regierung strebt offenbar in der Energiepolitik eine Abkehr von Kohle- und Atomstrom an. Der Umweltschutz werde künftig eine zentrale Rolle spielen, hieß es am Sonntag in Regierungskreisen. Geplant sei, Steuern auf Kohle- und Atomenergie einzuführen, sagte ein Regierungsberater.

Die Regierung des liberalen Präsidenten Moon Jae-in plane, den Anteil erneuerbarer Energien von rund fünf Prozent auf 20 Prozent bis zum Jahr 2030 zu erhöhen. Dies sind bisher vor allem Wasserkraftanlagen. Auch der Anteil der Stromerzeugung durch Gas-Kraftwerke soll deutlich steigen.

Zehn alte Kohlekraftwerke stillgelegt

Die Pläne bedeuten eine radikale Wende in der Energiepolitik. Asiens viertgrößte Volkswirtschaft gewinnt bisher rund 70 Prozent des Energiebedarfs aus Kohle- und Atomkraftwerken. Um die Strompreise niedrig zu halten, gewährt der Staat beiden Sektoren bisher Steuererleichterungen. Der Anteil der Kohle bei der Energiegewinnung soll sich bis zum Jahr 2030 von derzeit 40 Prozent in etwa halbieren. Der Beitrag der Atomenergie von 30 Prozent um knapp zehn Prozent sinken.

Der Anfang Mai gewählte Präsident Moon hat bereits zehn alte Kohlekraftwerke vorübergehend stillgelegt. Vor der Wahl hatte er zugesagt, den bereits geplanten Bau von neun Kohlekraftwerken sowie acht Atomreaktoren zu überprüfen. (APA, 4.6.2017)

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