Terror in London: Kein Schutz – nirgendwo

Kommentar4. Juni 2017, 09:44
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Niemand kann verhindern, dass ein Auto in eine Menschenmenge fährt

Schon wieder! Schon wieder London, schon wieder Menschen mit einem Fahrzeug niedergefahren. Das Perfide an diesem Vorgehen ist, dass es keine Vorbereitung braucht und überall geschehen kann. Niemand kann verhindern, dass ein Auto in eine Menschenmenge fährt. Das war in Nizza so, in Berlin und schon einmal in London. Es kann auch niemand verhindern, dass jemand mit Messern auf Menschen losgeht. Dagegen gibt es keinen Schutz.

Zudem haben die Anschläge der vergangenen Monate in Europa gezeigt, dass fast alle Attentäter den Sicherheitsbehörden bekannt waren. Verhindert werden konnten die Anschläge dennoch nicht. Diese Form der Anschläge können auch Nachahmungstäter animieren. In London wurden zum ersten Mal Attrappen benutzt, die Sprengstoffwesten vortäuschen sollten.

Wie die Ereignisse in Afghanistan der vergangenen Tage zeigen, gibt es auch dort Attentate: Zuletzt starben dabei mehr als 85 Menschen in Kabul und dann wurden just noch Besucher des Begräbnisses dieser Anschlagsopfern angegriffen. In Europa zeigt sich aber immer mehr ein Muster: Seit 2014 werden die Angriffe verstärkt in Metropolen durchgeführt. London ist zum zweiten Mal heuer betroffen, Großbritannien binnen weniger Tage zum zweiten Mal nach dem Anschlag auf das Konzert in Manchester mit 22 Toten.

Dass der Wahlkampf in Großbritannien unterbrochen wird, ist verständlich, dass die Wahlen am Donnerstag nicht abgesagt werden, ist ein richtiges Zeichen. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan begründete dies treffenderweise damit, die Briten könnten so zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen. (Alexandra Föderl-Schmid, 4.6.2017)

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