Deutsche Entwicklungshelfer nach Bombenanschlag ausgeflogen

3. Juni 2017, 16:42
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Weniger als zehn Mitarbeiter blieben in Afghanistan

Kabul/Berlin – Die staatliche deutsche Organisation für Entwicklungshilfe, GIZ, hat nach dem Bombenanschlag in Kabul vom Mittwoch nahezu ihr gesamtes deutsches und internationales Personal aus Afghanistan ausgeflogen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus GIZ-Kreisen. An Ort und Stellen geblieben seien weniger als zehn Mitarbeiter, darunter die Landesdirektion und Sicherheitsberater.

Nach eigenen Angaben beschäftigt die GIZ in Afghanistan rund 100 deutsche und internationale Fachkräfte sowie rund 1400 Afghanen. Bei der Explosion der mächtigen Bombe mitten im Diplomatenviertel waren mindestens 90 Menschen getötet und 460 verletzt worden. Ein Haus der deutschen Botschaft wurde schwer beschädigt.

Bereits vor zwei Tagen umgesiedelt

Den Angaben zufolge seien alle Mitarbeiter in Kabul schon zwei Tage vor diesem Anschlag aus den sechs Büro- und Wohnkomplexen herausgeholt worden, weil es "konkrete Drohungen" gegeben habe. Sie seien in ein stark gesichertes Hotel gezogen. Von dort seien sie am Donnerstag zum Flughafen gebracht worden. Die GIZ-Pressestelle bestätigte, dass Mitarbeiter nach Dubai geflogen worden seien.

Die GIZ plant angesichts der sich verschärfenden Sicherheitslage schon länger, die Büros im Zentrum von Kabul aufzugeben und im Sommer in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand zu ziehen.

Das Afghanistan-Portfolio der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ist ihr weltweit größtes. Sie hilft in einem der ärmsten und konfliktreichsten Länder der Welt mit einem Jahresbudget von etwa 120 Millionen Euro in Kabul und sechs nördlichen Provinzen etwa bei Wasserversorgung und Bildung. (APA, 3.6.2017)

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