106 Ex-Geheimdienstpolizisten in Chile verurteilt

3. Juni 2017, 10:27
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Wegen Menschenrechtsverbrechen: Beamte am Verschwindenlassen von Oppositionellen beteiligt

Santiago de Chile – Ein Richter in Chile hat 106 ehemalige Beamte der Geheimpolizei unter Diktator Augusto Pinochet wegen Entführungen von Oppositionellen zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Verurteilten müssen nach dem Urteil vom Freitag für drei bis 20 Jahre ins Gefängnis.

Ihnen wird zur Last gelegt, 16 Mitglieder einer linken Oppositionsgruppe verschleppt zu haben oder sich als Mittäter an den Verbrechen beteiligt zu haben. Richter Hernan Cristoso urteilte zudem, dass der chilenische Staat den Opferfamilien insgesamt umgerechnet rund sieben Millionen Euro zahlen muss. Die Militärjunta habe seinerzeit versucht, das Verschwindenlassen der Opfer durch die Behauptung zu kaschieren, dass die Oppositionellen bei Auseinandersetzungen mit gegnerischen Gruppen getötet worden seien, hieß es weiter.

Während der Herrschaft Pinochets, die im Jahr 1990 endete, wurden laut einem amtlichen Untersuchungsbericht in Chile 3.200 Menschen getötet. 38.000 Menschen wurden zudem Opfer von Folter. (APA, 3.6.2017)

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