Hoher Takt: Wieder eine Ariane-Rakete gestartet

    2. Juni 2017, 12:37
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    Satellit Eutelsat 172B nutzt einen elektrischen Antrieb, um auf seinen endgültigen Orbit einzuschwenken

    Kourou – Das Raumfahrtunternehmen Arianespace macht offenbar mit seiner Ankündigung ernst, die Verzögerungen wieder wettzumachen, die sich durch eine wochenlange Blockade aufgrund von Massenprotesten in Französisch-Guayana ergeben hatten. Alle für heuer geplant gewesenen Starts sollen dennoch durchgeführt werden – und knapp einen Monat nach der letzten ist auch schon wieder eine Rakete abgehoben.

    Eine Ariane-5 startete in der Nacht auf Freitag vom Weltraumbahnhof Kourou, um den ersten in Europa gebauten Telekommunikationssatelliten mit komplett elektrischem Antrieb ins All zu bringen. Eutelsat 172B wurde von Airbus Defence and Space in Toulouse gebaut. Er nutzt den elektrischen Antrieb sowohl dafür, nach dem Aussetzen im All zu seiner endgültigen Umlaufbahn zu kommen, als auch für spätere Positionskorrekturen. Mit dem Satelliten will der Betreiber Eutelsat Kommunikationsdienste in der Pazifikregion anbieten.

    Hintergrund

    Elektro-Antriebe brauchen deutlich weniger Treibstoff als klassische chemische Antriebe. Die Satelliten haben deshalb entweder mehr Platz für Nutzlast oder sind leichter, womit günstigere Trägerraketen für den Weg ins All eingesetzt werden können. Allerdings haben Elektro-Antriebe einen deutlich geringeren Schub und brauchen deshalb länger für den Weg zum Ziel-Orbit. Die ersten voll-elektrisch angetriebenen Satelliten des Airbus-Rivalen Boeing waren bereits 2015 ins All geschossen worden. (APA, red, 1. 6. 2017)

    • Artikelbild
      foto: apa/afp/jody amiet
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