"Rime": Neuer Denuvo-Kopierschutz wurde geknackt

2. Juni 2017, 12:14
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Entwickler des Spiels kündigen DRM-freie Version an – Cracker übt starke Kritik an "außer Kontrolle geratenem" System

Der Hersteller Denuvo hat in den vergangenen Monaten mit seinem Kopierschutzsystem für einige Schlagzeilen gesorgt. Letztes Jahr warfen sogar manche Cracker-Gruppen das Handtuch, da sie gegen die tief implementierten Mechanismen nicht mehr ankamen.

Doch das Blatt scheint sich zu wenden. Anfang des Jahres wurde etwa der Schutz von "Resident Evil 7" binnen weniger Tage ausgehebelt. Auch bei "Mass Effect: Andromeda" dauerte es nicht lange, ehe ein Crack verfügbar war. Für den Titel "Rime" hat Denuvo daher seine Anti-Tamper-Software mit Version 4+ ein weiteres Mal aufgerüstet.

Entwickler: Entfernen Kopierschutz, wenn er geknackt wird

Doch auch das Upgrade hat nichts gebracht. Weniger als eine Woche nach dem Verkaufsstart des Spiels ist auch dieser Schutz ausgehebelt worden – was nun die Entwickler in Zugzwang bringt.

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Erst kürzlich hatten die Entwickler von Tequila Works und Publisher Grey Box erklärt, dass man eine kopierschutzfreie Ausgabe von "Rime" veröffentlichen würde, sollte der Kopierschutz erfolgreich geknackt werden. Man begründete dies damit, dass ein Crack negativen Einfluss auf die Spielerfahrung nehmen könnte und man die künstlerische Qualität des Spieles wahren wolle.

"Außer Kontrolle"

Es ist der Cracker Baldman, der nun eine Kopie mit ausgehebeltem Denuvo-Schutz ins Netz lud. Während er "Rime" lobt und einen Kauf empfiehlt, hat er für den Kopierschutz nur kritische Worte übrig. Dieser sei in Version 4+ "außer Kontrolle" geraten. Denuvo setze auf "Code Trigger", von denen bisher pro Spiel rund 1.000 implementiert gewesen seien, die beim Spielstart abgefragt würden. Bei "Rime" seien es 300.000 und alleine innerhalb der ersten 30 Spielminuten steige diese Zahl auf zwei Millionen Abfragen.

"Habt ihr euch schon gewundert, warum die Ladezeiten so hoch sind? Hier habt ihr die Antwort", wird Baldman von Torrentfreak zitiert. Mit zehn bis 30 Triggern pro Sekunde sinke die Performance des Spiels, während gleichzeitig die Hardware stärker belastet würde. Denn die Abfragen würden verschlüsselt über eine Art virtuelle Maschine ausgeführt.

DRM-freie Version angekündigt

Beim Publisher will man das gegebene Wort halten. Man habe erfolgreich erproben können, dass der Crack von Baldman funktioniert, schreibt man im eigenen Forum. "Daher werden wir den aktuellen Build von ‚Rime‘ mit einer Version ersetzen, die kein Denuvo enthält."

Außerdem arbeitet man auch am ersten Patch für das Spiel, mit dem unter anderem ein Problem mit der Initialisierung von VR-Brillen und einige Absturzursachen behoben werden sollen. (gpi, 02.06.2017)

  • Demnächst soll eine Denuvo-freie Version von "Rime" verfügbar werden.
    foto: rime

    Demnächst soll eine Denuvo-freie Version von "Rime" verfügbar werden.

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