Lars Keplers "Hasenjagd": Panik und Paranoia

3. Juni 2017, 14:00
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Das schwedische Autorenpaar liefert das perfekte Drehbuch für einen Action-Film mit aktuellen politischen Aspekten

Der schwedische Außenminister wurde ermordet. Offenbar war ein Profikiller am Werk, der auch noch andere Opfer anvisiert. Die Politiker werden panisch, denn es liegt nahe, dass es sich um einen Terrorakt handelt. Es wird vermutet, dass ein islamistischer Drahtzieher aus dem Gefängnis heraus agiert.

Um das Netzwerk aufzudecken, wird ein ebenfalls einsitzender Ermittler beauftragt, den Gefangenen auszuspionieren. Doch es läuft alles schief. Falsche Prämissen, geboren aus allgemeiner Paranoia und Vorverurteilungen, führen zu einem Gemetzel.

Das schwedische Autorenpaar, das sich Lars Kepler nennt, liefert mit Hasenjagd das perfekte Drehbuch für einen Action-Film mit aktuellen politischen Aspekten. Doch die beiden können auch anders. In ihrem Roman Playground (Piper) spielen sie so souverän mit Elementen der Fantastik, dass dieser "Abweg" viel interessanter wirkt als der typisch schwedische Serienkrimi, so erfolgreich er auch sein mag. Diese Vielseitigkeit von Lars Kepler lässt auf weitere Überraschungen hoffen. (Ingeborg Sperl, Album, 3.6.2017)

  • Lars Kepler, "Hasenjagd". Deutsch: Thorsten Alms. € 22,70 / 650 Seiten. Lübbe, München 2017
    cover: lübbe

    Lars Kepler, "Hasenjagd". Deutsch: Thorsten Alms. € 22,70 / 650 Seiten. Lübbe, München 2017

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