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Was den Hamburger "Woodcube" so besonders macht

2. Juni 2017, 11:37

Unter den Zielen des nachhaltigen und kostengünstigen Wohnungsbaus sind auf der Internationalen Bauausstellung Hamburg (22. März – 31. Oktober 2013) auch richtungsweisende Holzbauprojekte entstanden.

Drei davon eröffneten bereits 2012 (Case Study #1, CSH Case Study Hamburg, Wälderhaus), eines ist in Fertigstellung (Holz 5 ¼). Das fünfte davon, der fünfgeschossige Wohnbau Woodcube im Stadtteil Wilhelmsburg, war im April 2013 bezugsfertig.

Woodcube entstand im Rahmen der IBA in der Reihe der "Smart Material Houses". Der konzeptuelle Schwerpunkt liegt dabei auf der Kombination von anpassungsfähigen Baukonstruktionen sowie intelligenten Technologien und Baustoffen. Vor allem neue Entwicklungen in der Gebäudehülle stehen im Vordergrund, um Energie- und Materialströme zu verbessern.

CO2-neutral in Erstellung sowie in Betrieb

Als prototypisches "Null-CO2-Haus" bleibt Woodcube CO2-neutral während seiner gesamten Lebenszyklusphase, also von der Erstellung über den Betrieb bis zu seinem Rückbau. Holz als natürlicher Rohstoff sowie als CO2-Speicher leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Die Herstellung der Holzwände erfolgte durch ausschließlich regenerative Energien (wie Photovoltaik oder thermische Verwertung von Holzabfällen), zudem wurden die verwendeten Baumaterialien von Baubiologen auf ihre Umweltverträglichkeit und ihr CO2-Potential überprüft.

Strom und Wärmeenergie generiert das Gebäude CO2-neutral aus regenerativen Quellen. Und um den Stromverbrauch zu minimieren, wird ein vernetztes Energiemanagement-System eingesetzt. Die Bewohner können jederzeit selbst Stromkreisläufe steuern bzw. ein- oder abschalten.

Keine fremdstoffliche Dämmung, keine zusätzliche Brandschutzverkleidung

Eine der größten Innovationen von Woodcube ist wohl seine Primärtragkonstruktion aus weitestgehend sichtbar belassenem Massivholz. Decken, Außenwände und Böden zeigen Holzoberflächen. Im Fall der 40 cm starken Außenwände sorgt für Brandkapselung und Wärmedämmung ein für das Gebäude eigens entwickeltes Wandelement (31,2 cm stark, versehen mit einer 4 cm starken, unverleimten Holzweichfaserplatte zur Verbesserung des U-Wertes). Es wirkt auch statisch tragend.

Die Massivholzlagen der Decken erreichen eine Spannweite von 6 Metern, die Balkone kragen 2,50 Meter aus der mit Lärchenholz verkleideten Fassade aus. Durch die hohe Masse an Massivholz sind die Anforderungen an den erhöhten Schallschutz erfüllt.

Hölzerne Brandriegel

Das Gebäude fällt in die Gebäudeklasse 4. Ähnlich den Brandschutzbestimmungen in Österreich, können in Deutschland in dieser Gebäudeklasse die tragenden Bauteile in Bauwerken aus brennbaren Baustoffen entweder durch Kapselung der brennbaren Baustoffe gesichert werden oder durch die Bemessung auf Abbrand. Durch umfangreiche Brandversuche im Vorfeld ist es jedoch gelungen, auf Kapselungen verzichten zu können. Zudem wurden hölzerne Brandriegel in der Unterkonstruktion der Fassade eingesetzt und somit die technische Vorgabe der geschossweisen Unterbrechung durch z.B. horizontale Bleche umgangen.

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