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Holz wird urban und gestaltet die Stadt von morgen

2. Juni 2017, 11:37

In Wien wird das höchste Holzgebäude der Welt gebaut. In zahlreichen internationalen Metropolen entstehen Hochhäuser aus Holz – oft mit Produkten und Knowhow aus Österreich.

Holz wird urban und gestaltet die Stadt von morgen. Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen von Vancouver über London bis Paris.

Am 12. Oktober 2016 war Baustart für das HoHo Wien. Das 24-geschossige Holz-Hochhaus, das im Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern entsteht, wird aller Voraussicht nach bei Fertigstellung das höchste Holzgebäude der Welt sein. Investor Günter Kerbler bzw. Kerbler Holding errichtet nach dem Entwurf des Architekturbüros RLP Rüdiger Lainer+Partner 19.500 m² Mietflächen für Restaurants, Wellnesseinrichtungen, Büros, Hotel und Appartements in Holz-Hybridbauweise. Der Holzbauanteil ab Erdgeschoss liegt bei 75 Prozent, sichtbare Holzoberflächen bei Decken und Wänden machen Holz erlebbar und stellen ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal bei der Suche nach zukünftigen Mietern dar. Ziel ist es, am Standort mit einer nachhaltigen, innovativen Immobilie zu punkten. Holz als nachwachsender und klimaschonender Baustoff spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Aktuelle Holz-Hochhaus-Baustellen

Das HoHo Wien ist mit seinen 84 Metern Höhe der vorläufige Höhepunkt einer international beobachtbaren Entwicklung des Holzbaus nach oben. Es fügt sich in eine Reihe aktueller Baustellen ein, auf denen Hochhäuser aus Holz entstehen. Insgesamt existieren weltweit bereits rund 20 Holzgebäude mit 8 oder mehr Geschossen.

Aktueller Höhenrekordhalter ist das 18-geschossige Studentenwohnheim UBC Brock Commons in Holz-Hybridbauweise, das Anfang September in Vancouver (Kanada) Richtfest gefeiert hat. Die University of British Columbia als Bauherr will damit ein wegweisendes Exempel für den modernen, massiven Holzbau setzen. Unterstützung in Form von Beratung kam aus Österreich. Architekt Hermann Kaufmann, der in Österreich schon seit Jahren die Entwicklung des Holzbaus vorantreibt, brachte seine Expertise – unter anderem aus dem 8-geschossigen LifeCycle Tower One, der seit 2012 in Dornbirn (Österreich) steht – ein. Dank hohem Vorfertigungsgrad konnte die gesamte Holzkonstruktion in nur 66 Tagen errichtet werden.

Ebenfalls ein Wohnprojekt für Studenten ist das Moholt 50/50 in Trondheim (Norwegen). Dort entstehen derzeit fünf 9-geschossige Türme, die bis auf Fundament und Erdgeschoss komplett in Brettsperrholz gebaut sind. Wo immer möglich präsentiert sich Holz in Sichtqualität. Drei Türme sind bereits fertiggestellt, der Rest wird bis Ende des Jahres finalisiert.

Zu den derzeit größten Holz-Baustellen der Welt zählt auch der Wohnbau Dalston Lane im Bezirk Hackney in London (Großbritannien). In mehreren Gebäudeteilen – der höchste davon umfasst 10 Geschosse – werden bis 2017 123 Wohnungen in Brettsperrholzbauweise errichtet. Das Projekt ist hinsichtlich seiner Gesamtgröße vergleichbar mit dem 2013 in der Via Cenni in Mailand (Italien) realisierten Wohnbaumit vier 9-Geschossern. Hier wie da sind sogar Treppen- und Liftkörper in Holz ausgeführt. Das Gesamtkonstrukt wiegt nur ein Fünftel eines Betonbaus in dieser Größe. Dadurch konnte höher gebaut werden, als auf dem Grundstück jemals für möglich erachtet wurde, berichten Waugh Thistleton Architects über das Leuchtturmprojekt im verdichteten, urbanen Wohnbau.

Waugh Thistleton Architects waren es auch, die bereits 2009 ebenfalls im Londoner Hackney das Projekt Murray Grove realisiert haben, das damals das erste 9-geschossige Wohnhaus aus Brettsperrholz weltweit war. Seither sind in Hackney gut 20 Brettsperrholzbauten entstanden und es ist zu einer Art internationalem Brettsperrholz-Zentrum geworden. Die Planungsbehörde einer der ärmsten Bezirke der Stadt wollte Kohlenstoffreduktion sowie die Verwendung ökologischer Baustoffe und erhielt gebaute Beweise für die Möglichkeiten des Holzbaus.

Brettsperrholz made in Austria

Der traditionelle Baustoff Holz hat in den letzten Jahren Einzug in die Städte und in das mehrgeschossige Bauen gehalten. Die realisierten Projekte werden zunehmend höher und umfangreicher. Grundlage dafür ist die Entwicklung und Markteinführung von Brettsperrholz. Brettsperrholz erlaubt das Bauen mit Holz in der Fläche und den Einsatz von Holz in den tragenden Strukturen von Gebäuden. Der neue Hochleistungsbaustoff wurde in Österreich zum industriell gefertigten Produkt entwickelt. Heute ist Österreich der weltweit größte Brettsperrholzproduzent. So ist es auch kein Zufall, dass bei allen zuvor genannten Projekten – mit Ausnahme des Studentenheims in Vancouver – die Holz-Baustoffe von österreichischen Herstellern stammen. Der Radius reicht bis nach Australien. Auch der 2012 in Melbourne errichtete 10-Geschosser Forté Living – seinerzeit das höchste Holzgebäude der Welt – wurde mit Brettsperrholz made in Austria beliefert.

Nachhaltig, innovativ, zukunftsweisend

Kurze Bauzeiten, geringes Gewicht, hohe Präzision dank hohem Vorfertigungsgrad und Erdbebensicherheit sind schlagende Vorteile des Holzbaus. Zum Höhenflug trägt aber nicht zuletzt das ökologische Argument bei. Holz ist eine Ressource, von der mehr nachwächst, als verbraucht wird, und Holz bindet CO2 – pro Kubikmeter eine Tonne. Die Stadt der Zukunft soll innovativ und nachhaltig sein. Das lässt Holz gerade bei Stadtentwicklungsprojekten seinen Platz finden.

Die Neuerfindung der Stadt

Ein weiteres Mega-Holzbauprojekt ist in Paris (Frankreich) im Entstehen. Im Stadtteil Ternes werden im Rahmen von The Multi-layered City 11.000 m² Büros, 7.000 m² Wohnungen und 600 m² Geschäftsflächen in Brettsperrholz-Bauweise errichtet. Auf den Dächern der 9-geschossigen, mit Übergängen verbundenen Holzbauten befinden sic höffentlich zugängliche Gärten, um Urban Farming in großem Stil zu ermöglichen. Der Entwurf von Jacques Ferrier Architecture und chartier dalix architectes ging als eines der Siegerprojekte des Wettbewerbs "Reinventer Paris", der sich über 23 Pariser Standorte erstreckte und neue Ideen für die Stadt der Zukunft suchte, hervor und wird nun mit dem bereits im Vorhinein festgelegten Investor umgesetzt.

Im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms Bordeaux Euratlantique entstehen rund um den Bahnhof Saint Jean in Bordeaux (Frankreich) ab 2017 die beiden jeweils 18-geschossigen Holztürme Hyperion und Silva. Sie sollen eine neue Generation von Gebäuden mit kleinem CO2-Fußabdruck einläuten.

In Strasbourg (Frankreich) wird mit Baustart 1. März 2017 die 11-geschossige Ilot Bois realisiert. Dieser Brettsperrholz-Bau mit 146 Wohnungen und Shops ist eingebettet in das nationale Programm EcoCité und wird unterstützt durch den Fonds "Ville de demain".

In Amsterdam (Niederlande) wird ab Sommer 2017 im Amstelkwartier, einem neuen Stadtquartier, das 21-geschossige HAUT gebaut. Mit energieproduzierender Fassade soll dieser Holzbau einen wichtigen Schritt in Richtung CO2-neutraler Stadt markieren. Er strebt im BREEAM-Zertifizierungssystemden höchsten Grad für nachhaltiges Bauen an.

Auch die Schweiz erhält ihr erstes Holz-Hochhaus. Auf dem Areal Suurstoffi in Risch Rotkreuz errichtet Investor Zug Estates seit Ende August einen 10-geschossigen Bürobau in Holz-Beton-Verbundbauweise.

Ein 19-geschossiges Kulturhus entsteht in der 30.000 Einwohner-Stadt Skelleftea (Schweden). In der von Wäldern umgebenen Stadt mit langer Holzbautradition musste ein Holzbau her. Die bereits in Bau befindliche Holzkonstruktion mit Glashülle wird Theater, Museum, Bibliothek und ein 16-geschossiges Hotel beherbergen.

Bis zu 80 Geschosse hoch in Holz

Zuletzt wurde eine ganze Serie von Holzbauten ins Rennen um den Titel welthöchster Holzbau geschickt: der 40-geschossige Wohnbau Tratoppen in Stockholm (Schweden), der 80-geschossige River Beech Tower in Chicago (USA) oder der ebenfalls 80-geschossige Oakwood Tower in London (Großbritannien). Ob es zur Umsetzung einer dieser Bauten kommt, ist noch offen. Derweil bleibt das HoHo Wien Rekordhalter.

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