Viele Preisspiegel, unterschiedliche Methoden

6. Juni 2017, 09:57
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Mehrere Daten-Anbieter für tatsächliche Kaufpreise

Wer verlässliche Daten über den österreichischen Immobilienmarkt will, muss vor allem bei Mieten zwischen den unzähligen Angebotspreisspiegeln, die auf Inseraten basieren, genauer schauen. Die Statistik Austria erstellt ihre erst kürzlich wieder präsentierte Mikrozensus-Wohnungserhebung etwa anhand von Befragungen von rund 20.000 Haushalten. Hier sind Bestandsverträge aber genauso enthalten wie Neuabschlüsse. Wenn ein günstiger Altmietvertrag beendet und durch einen teureren neuen Mietvertrag ersetzt wird, wirkt sich das entsprechend aus.

Einen anderen Weg geht die WKO mit ihrem jährlichen Immobilienpreisspiegel, der kommende Woche wieder erscheint. Er beruht auf Maklerbefragungen einerseits und enthält andererseits nur Neuabschlüsse für Objekte, für die keine Mietrechtsbegrenzungen gelten – also den sogenannten "freien Markt". Altbauwohnungen, die dem Richtwert unterliegen, oder Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen sind hier – anders als bei der Statistik Austria, die die Segmente aber auch einzeln auswertet – nicht inkludiert.

Grundstückspreise auf Gemeindeebene

Was Verkaufspreise betrifft, so gibt es seit einigen Jahren verlässliche Daten. Auf tatsächlich erzielten Preisen basieren etwa der Häuserpreisindex und der Preisindex für selbstgenutztes Wohneigentum der Statistik Austria, die seit zwei Jahren publiziert werden. Dafür wird auf Daten des Grazer Unternehmens ZT Datenforum zurückgegriffen. Auch die WKO verwendet für ihren bereits erwähnten Preisspiegel für Kauftransaktionen die Daten aus Graz.

Das Wiener Unternehmen ImmoUnited wiederum beliefert seit einigen Jahren u. a. das Maklernetzwerk Remax für dessen jährlichen Immo-Preisindex mit aktuellen Kaufpreisdaten, und seit kurzem zählt auch der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) zu den Kunden des Unternehmens von Roland Schmid. Seit Jänner hat Schmid außerdem mit bodenpreise.at eine Website online, auf der Grundstückspreise auf Gemeindeebene abgerufen werden können. Sowohl er als auch ZT Datenforum analysieren die Kaufvertragssammlung des Grundbuchs. (red, 4.6.2017)

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