Angriff auf Snapchat: Skype erhält radikales Redesign

2. Juni 2017, 09:46
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Soll als "persönliches Social Network" fungieren – Fokus auf Chat und Videohighlights

Vor 14 Jahren macht ein Messenger namens Skype Schlagzeilen mit einfacher Videotelefonie am Computer. Bald genoss die Software hohe Popularität, das Verb "skypen" hielt Einzug in den Sprachgebrauch. 2011 schnappte sich Microsoft die Software für 8,5 Milliarden Dollar und koppelte sie an seine Office-Suite.

Für den Durchschnittsnutzer hat sich in all den Jahren wenig verändert. Allerdings muss sich Skype heute gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Lösungen wie Whatsapp dominieren bei textbasierter Kommunikation. Und boomende Messenger wie Snapchat experimentieren mit neuen Ansätzen für Videokommunikation. Mit einem radikalen Redesign für Skype will Microsoft nun dagegen halten.

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Ein bisschen Snapchat...

Das Konzept hinter der Änderung ist es, Skype zu einem "persönlichen [Social] Network" zu machen, erklärt man in einem Blogeintrag zu den Neuerungen. Dafür wurde die Kontaktansicht komplett umgebaut und eine Übersicht für neue Videoschnipsel aus den eigenen Kreisen eingebaut.

Mit kurzen Videoclips und Fotos aus dem eigenen Alltag, so die Vorstellung, kann man künftig Freunde auf dem laufenden halten. Damit schneidet sich Microsoft eine Scheibe vom Konzept des Konkurrenten Snapchat ab.

foto: skype

...und eine Prise Facebook

Laut Amritansh Ragav nutzen viele Skype hauptsächlich für vereinbarte Anrufe, greifen aber für Chats und das Teilen von Inhalten meist auf andere Lösungen zurück, schreibt Wired. Dementsprechend liegt der Austausch von Textnachrichten ebenfalls im Fokus der Überarbeitung.

Hier wurde ebenfalls die Oberfläche überarbeitet, dazu kann man nun auf Einträge ähnlich reagieren, wie bei Facebook auf Statusupdates. Die Reaktionen stehen auch für Videochats zur Verfügung. Auch farbige Hintergründe für die eigenen Beiträge gibt es.

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Neue Version startet auf Android

Dazu sollen neue Add-ins und Bots die Möglichkeiten des Messengers erweitern. Ohne das Programm verlassen zu müssen, soll man direkt mit Restaurants und anderen Dienstleistern in Kontakt treten und beispielsweise Plätze reservieren können. Andere Erweiterungen, zum Beispiel für Giphy, bereichern wiederum das Chaterlebnis um eine Suchfunktion für Gif-Animationen. Der Messenger soll künftig auch smarte Lautsprecher unterstützen.

Die neugestaltete Fassung von Skype wird seit kurzem für Android-Geräte verteilt. Microsoft weist allerdings darauf hin, dass der Rollout mehrere Wochen dauern wird und das Update nicht sofort allen Nutzern zur Verfügung steht. Dem Android-Release soll die iPhone-Version folgen. In den "nächsten Monaten" soll dann auch die Desktop-Ausgabe von Skype für Windows und macOS folgen. (gpi, 02.06.2017)

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