EU-Digitalkommissar gegen Robotersteuer

1. Juni 2017, 18:54
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Ansip: "Wir dürfen Fortschritt nicht besteuern" – Bedingungsloses Grundeinkommen "noch nicht" die richtige Antwort für Jobverlust durch Digitalisierung

EU-Digitalkommissar Andrus Ansip hat sich beim Wiener Pioneers Festival gegen die Einführung einer Roboter- und Künstliche-Intelligenz-Steuer ausgesprochen. "Wir dürfen Fortschritt nicht besteuern", warnte Ansip am Donnerstagabend. Eine derartige Steuer würde den Fortschritt bremsen und die Europäische Union im Wettbewerb mit anderen Ländern behindern.

Ansip "noch" gegen bedingungsloses Grundeinkommen

Die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und Arbeitswelt gefährdet mittelfristig rund 9 Prozent aller Jobs – rund 360.000 Stellen – in Österreich. Auf Hilfsarbeiter und Handwerker entfallen gemeinsam über 50 Prozent der bedrohten Jobs, geht aus einer Mitte April veröffentlichten Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor.

Der Wegfall der Jobs soll durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abgefedert werden, empfehlen manche Experten. Für EU-Kommissar Ansip ist ein staatlich ausbezahltes Grundeinkommen "noch nicht" die Antwort auf Herausforderungen durch die Digitalisierung. "Wir müssen mehr arbeiten, nicht weniger."

Der als Mitdiskutant angekündigte Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) musste kurzfristig absagen, da er bei einer Sitzung des Bundesrates teilnehmen musste. Morgen, Freitag, will Mahrer der Start-up-Konferenz aber noch einen Besuch abstatten. (APA, 01.06.2017)

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