Speedinvest-Gründer kritisiert Risikokapitalfokus

    1. Juni 2017, 13:57
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    Holle: "Viele Unternehmen in Europa sollten nicht VC-Kapital aufnehmen"- Risikokapital für viele Geschäftsmodelle nicht geeignet

    Der Gründer des Start-up-Finanzierers Speedinvest hat am Pioneers Festival mit Kritik am Hype um Risikokapital (Venture Capital) aufhorchen lassen. "Viele Unternehmen in Europa sollten nicht VC-Kapital aufnehmen", sagte Oliver Holle am Donnerstag bei der Start-up-Konferenz in Wien. Man könne "großartige Firmen" auch ohne Risikokapital von Investoren aufbauen.

    Schnelles Wachstum, internationale Expansion

    Wenn sich Start-ups für Venture Capital entscheiden würden, dann müssten sie den Fokus auf massives, schnelles Wachstum und internationale Expansion legen. "Für viele Geschäftsmodelle passt dies aber nicht."

    Speedinvest hatte Ende Dezember 2015 seinen zweiten Start-up-Fonds von 58 auf 90 Mio. Euro aufgestockt. Viele bekannte österreichische Wirtschaftslenker haben in Speedinvest investiert, unter anderem Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz und Heute-Gründerin Eva Dichand. Auch österreichische Start-up-Unternehmer haben Geld in die Speedinvest-Fonds gesteckt.

    Speedinvest arbeitet mit dem "Work for Equity"-Modell, dabei sind das Start-up und der Finanzierer eng miteinander verbunden. Das Start-up zahlt für die erbrachte Arbeit von Speedinvest in Geschäftsanteilen.

    Speedinvest 2010 gegründet

    Holle verkaufte mit seinen Mitgründern den Wiener Handy-Mehrwertdiensteanbieter 3united im Jahr 2006 um 55 Mio. Euro an die US-Telekom- und Internetfirma VeriSign. Holle starte Speedinvest im Jahr dann im Jahr 2010.

    Laut Webseite verfügt Speedinvest derzeit über 14 Beteiligungen im Bereich FinTech/InsurTech, jeweils 12 Investments im Bereich IT-Technologie und im Bereich Consumer Tech. Speedinvest hat bereits einige erfolgreiche Exits geschafft. Ein Exit ist der Ausstieg von Investoren oder den Gründern aus dem Unternehmen mit möglichst hohem Gewinn. Speedinvest hat bereits seine Anteile am Essenslieferdienst Kochabo, an der Self-Publishing-Plattform Grin, dem lokalen Stellenportal Joblocal, dem Kollaborations-Tool Wikidocs, der Kleinanzeigen-App Shpock, dem Fintech Holvi und dem Videospiel-Streamer hitbox verkauft. (APA, 1.6.2017)

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