Gigantischer Exoplanet mit Ringen führt zu Eklipse

6. Juni 2017, 07:30
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Astronomen warten gespannt, ob sich der junge Stern PDS 110 im September wieder verdunkeln wird

illustration: university of warwick
Riesenplanet mit noch enormeren Ringen: So könnte das Sternsystem PDS 110 aussehen.

Coventry – Der kommende September wird ein guter Zeitpunkt für Astronomen sein, ihre Teleskope auf das Sternbild des Orion zu richten. Das gilt auch für Hobby-Astronomen, wie die University of Warwick erklärte: Der Stern, der dann ins Zentrum des Interesses rückt, ist nämlich hell genug, um auch mit weniger leistungsstarken Teleskopen beobachtet werden zu können.

Der junge Stern PDS 110 ist etwa 1.100 Lichtjahre von uns entfernt, ein wenig größer als die Sonne und hat eine vergleichbare Temperatur wie sie. Spannend macht ihn der Umstand, dass er in regelmäßigen Abständen – alle zweieinhalb Jahre – verdunkelt wird. Seine Leuchtkraft ist dann für zwei bis drei Wochen stark reduziert. Klar erkennbare Eklipsen wurden unter anderem im November 2008 und im Jänner 2011 dokumentiert. Und heuer im September sollte es wieder soweit sein.

Auf den Spuren der Verdunkelung

Für diese Verdunkelungen wurde ein großer Planet verantwortlich gemacht, doch klärt das noch nicht alle Details. 2008 und 2011 kam es nämlich jeweils zu rapiden Schwankungen der Helligkeit innerhalb des Eklipsen-Zeitraums, berichtet Matthew Kenworthy vom Leiden-Observatorium. Zusammen mit Hugh Osborn von der Universität Warwick und Kollegen der Harvard und der Vanderbilt University besah er sich diese Schwankungen genauer. Dafür wurden Daten des Wide Angle Search for Planets (WASP) und des Kilodegree Extremely Little Telescope (KELT) herangezogen.

Und die Forscher glauben die Erklärung gefunden zu haben. Es handle sich nicht einfach nur um einen Planeten, selbst wenn er gigantisch ist: Bei der von ihnen angegebenen Größe von bis zu 50 Jupiter-Massen müsste man eigentlich schon von einem Braunen Zwerg sprechen.

Sie vermuten, dass es sich auch um eine Ringwelt handelt. Die Staubringe, die laut Kenworthy um ein Vielfaches größer sein müssen als die des Saturn, verändern die scheinbare Größe des Planeten und damit den Anteil des Sternlichts, das er verdeckt. Die Beobachtung der erhofften September-Eklipse dürfte die Frage klären. (red, 6. 6. 2017)

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