Kriegsverbrechen-Vorwurf in Ukraine: Österreicher enthaftet

1. Juni 2017, 13:57
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Die Staatsanwaltschaft hat keine Untersuchungshaft beantragt, der Beschuldigte Benjamin F. sei nicht dringend tatverdächtig

Wr. Neustadt – Der wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine festgenommene Vorarlberger Benjamin F. ist seit Mittwochabend auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt habe auf einen Untersuchungshaftantrag verzichtet, sagte sein Anwalt, der anonym bleiben will. Ein Richter habe noch am Mittwoch die Enthaftung angeordnet.

Es bestehe kein dringender Tatverdacht, teilte dazu später auch die Staatsanwaltschaft mit. F. habe bei seiner Einvernahme den Vorwurf, in der Ostukraine Kriegsverbrechen begangen zu haben, zurückgewiesen. "Die Ermittlungen gehen weiter", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Erich Habitzl, am Donnerstag.

Dem 25-Jährigen werden Kriegsverbrechen gegen Personen (Paragraf 321b Strafgesetzbuch) angelastet. Laut Staatsanwaltschaft soll er verletzte oder gefangene Kämpfer und Zivilisten in der Ukraine getötet haben, er bestreitet das. Die Angaben des Mannes waren laut Habitzl "nachvollziehbar", aufgrund der derzeitigen Beweislage sei kein dringender Tatverdacht festzustellen, der für eine U-Haft nötig ist. F. wurde Mittwochabend enthaftet. Es sei schwierig, aus dem Kriegsgebiet in der Ostukraine Informationen zu bekommen, meinte Habitzl zu den laufenden Ermittlungen. (APA, 1.6.2017)

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