Vietnam: Sieben Dialyse-Patienten in Krankenhaus gestorben

1. Juni 2017, 10:05
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Patienten nach mysteriösem Fall in die Hauptstadt Hanoi verlegt

Hanoi – Vietnam wird von einem schweren Skandal im Gesundheitswesen erschüttert: In einem staatlichen Krankenhaus in Hoa Binh im Norden des Landes starben sieben Dialyse-Patienten. Die Behörden sagten den Hinterbliebenen eine Entschädigung von umgerechnet jeweils 590 Euro zu.

Wegen ähnlicher Beschwerden wie bei den Todesopfern wurden elf weitere Dialyse-Patienten im Krankenhaus behandelt. Zehn der Patienten wurden in ein Krankenhaus der rund 80 Kilometer entfernten Hauptstadt Hanoi verlegt.

Der Mann einer Nieren-Patientin, die sich in dem Krankenhaus einer Blutwäsche unterzogen hatte, schilderte die Beschwerden seiner Frau. "Ihr ganzer Körper begann zu jucken, sie hatte Bauchschmerzen und übergab sich", so Le Tien Dung. "Meine größte Hoffnung ist, dass meine Frau das übersteht", sagt er über die 47-jährige Lehrerin, die sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befand.

Staatliche vs private Kliniken

"Ich möchte mich bei den Familien und der gesamten Gemeinde entschuldigen, wir sind sehr überrascht von diesem äußerst seltenen Vorfall", sagt der Leiter des Krankenhauses in einem Video, das die Staatsmedien verbreiteten. Die für die Dialyse zuständige Abteilung der Klinik nahm vorläufig keine Patienten mehr auf, ihre gesamte medizinische Ausrüstung und Medikamente wurden versiegelt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.

Im Vietnam gibt es sowohl staatliche wie auch private Krankenhäuser. Staatliche Kliniken gelten als schlechter als private, immer wieder werden medizinische Komplikationen gemeldet. (APA, 1.6.2017)

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