Uber fährt 708 Millionen Dollar Verluste ein

1. Juni 2017, 07:39
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Auch wenn die Verluste niedriger ausfallen als noch im Vorquartal, so schreibt der Taxidienst einmal mehr tiefrote Zahlen

San Francisco – Der Taxidienst Uber hat im ersten Quartal einen Verlust von 708 Millionen Dollar eingefahren. Das schreibt das Wall Street Journal in seiner Internetausgabe. Im Vorquartal lag das Minus bei 991 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg demnach um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Vergleichswerte für den Vorjahreszeitraum lieferte der Konzern nicht.

Uber wird von Investoren mittlerweile mit mehr als 70 Milliarden Dollar bewertet, ist aber bisher nicht börsennotiert und muss keine öffentlichen Finanzberichte vorlegen.

Aggressive Wachstumsstrategie

Zuletzt geriet das wegen seiner aggressiven Firmenkultur und Wachstumsstrategie ohnehin umstrittene Unternehmen wegen verschiedener rechtlicher Konflikte und Sexismus-Vorwürfen immer stärker in die Kritik. Unterdessen kämpft Uber mit einem regelrechten Exodus von Managern. Die Firma ließ das "Wall Street Journal" nun wissen, dass Gautam Gupta, der bisher für die Finanzen zuständig ist, im Juli zu einem anderen Start-up aus San Francisco wechseln werde. Dem Blatt zufolge hat Uber in diesem Jahr bereits über ein Dutzend Führungskräfte verloren oder gefeuert.

Erst vor kurzem sorgte Uber mit einer Millionenzahlung für Aufsehen. Der Fahrdienstvermittler hatte zweieinhalb Jahre lang den Anteil seiner New Yorker Fahrer am Fahrpreis falsch berechnet. Er holte sich seinen Anteil von rund 25 Prozent nicht wie vereinbart nach Abzug aller Steuern, sondern vom Bruttoerlös zurück. Pro Fahrer wurden im Schnitt 900 Dollar fällig, erklärte die für Nordamerika zuständige Managerin Rachel Holt vor einer guten Woche.

Uber nannte zwar keinen Gesamtbetrag. Aber da eine Vereinigung unabhängiger Fahrer davon ausgeht, dass in New York rund 50.000 Menschen für Uber Fahrgäste befördern, könnte die Rechnung 45 Millionen Dollar erreichen. Einen ähnlichen Fehler räumte Uber auch kürzlich in Philadelphia ein und musste mehrere Millionen Dollar nachzahlen. Das Problem wurde dem Unternehmen zufolge beim Erstellen einer detaillierteren Abrechnung für Fahrer entdeckt. (red, dpa, 1.6.2017)

  • Aggressive Preipolitik hat Uber zum Taxischreck gemacht.
    foto: apa/geoffroy van der hasselt

    Aggressive Preipolitik hat Uber zum Taxischreck gemacht.

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