Deutsche Grüne wollen als drittstärkste Kraft mitregieren

31. Mai 2017, 17:32
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Seit Monaten schneiden die Grünen in Umfragen schlecht ab und leigen – je nach Institut – auf Platz fünf oder sechs

Berlin – Es fängt an diesem Mittwoch nicht gut an. Cem Özdemir, Grünen-Chef und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, kommt nicht in die Höhe. Es ist zwar nur der Sessel, der klemmt, als Özdemir mit Kospitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt in Berlin den Zehnpunkteplan für "grünes Regieren" vorstellt. Doch die Szene hat etwas Sinnbildliches.

Seit Monaten kommen die Grünen in Umfragen nicht hoch, liegen – je nach Institut – auf Platz fünf oder sechs. Dennoch versuchen Göring-Eckardt und Özdemir Zuversicht zu zeigen. "Wir wollen die große Koalition ablösen", sagt Göring-Eckardt. Und: "Wir wollen dritte Kraft werden, das Rennen ist völlig offen."

Weil sie oft den Vorwurf hören, sie seien beliebig geworden, legen die beiden jene zehn Punkte vor, die in einem Koalitionsvertrag unbedingt erfüllt werden müssen. Es sind grüne "Klassiker" wie Klimaschutz, E-Mobilität, Bürgerversicherung und Ehe für alle. Zum Pensionssystem oder einer Steuerreform schweigt das Papier.

Nicht festlegen wollen sich die Grünen auf einen Partner. "Wir müssen Schluss machen mit dem Lagerdenken, das rot-grüne Lager auf der einen und das schwarz-gelbe Lager auf der anderen Seite", sagt Özdemir. Eine Mehrheit gibt es im Moment aber ohnehin weder für Schwarz-Grün noch für Rot-Grün. Die SPD hofft, dass ihr neuer Generalsekretär Hubertus Heil jetzt für Aufschwung in Umfragen sorgt. (1.6.2017)

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