Nasa will 2018 Sonde zur Sonne senden

Video31. Mai 2017, 17:46
86 Postings

Parker Solar Probe soll in sieben Jahren in der engeren Umgebung unseres Heimatsterns ankommen. Temperaturen von 1.400 Grad Celsius werden erwartet

Washington – Diese Mission wird ganz sicher heiß werden: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Mittwoch Details zu ihren Plänen bekannt gegeben, 2018 eine Sonde zur Sonne loszuschicken. Parker Solar Probe wird damit die erste Sonde in der Geschichte der Menschheit sein, die direkt in die Atmosphäre der Sonne fliegt. Dort wird die Sonde allerdings erst in sieben Jahren einlangen und soll dann in rund sechs Millionen Kilometern über der Oberfläche des Sterns schweben.

Ursprünglich hatte die Sonde die Bezeichnung Solar Probe Plus getragen. Das wurde nun nachträglich auf Parker Solar Probe geändert. Mit diesem Namen soll der US-amerikanische Astrophysiker Eugene Parker geehrt werden, der am 10. Juni 90 Jahre alt wird. Parker hatte bereits im Jahr 1958 seine Theorie über Hochgeschwindigkeits-Sonnenwinde vorgelegt.

illustration: johns hopkins university applied/pa
Künstlerische Darstellung der Sonde in unmittelbarer Nähe der Sonne.

Die sonnige Umgebung bringt naturgemäß einige Herausforderungen mit sich: Die Temperatur und Strahlung sind dort sehr hoch, man rechnet mit Temperaturen von über 1.400 Grad Celsius. Die Sonde muss deshalb stabiler sein als jede bisherige, um das zu überstehen. Sie soll den ganzen Flug über Daten an die Erde schicken und im besten Fall mit Proben zurückkehren. Die geschätzten Kosten der Mission betragen umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro, neue Erkenntnisse erwatetet man sich vor allem in drei Bereichen.

nasa video collection

Drei große Ziele der Mission

Erstens will man herausfinden, warum die Korona der Sonne mit rund 500.000 Grad Celsius sehr viel heißer ist als die Oberfläche der Sonne mit rund 5.300 Grad. Zweitens möchte man mehr über die Sonnenwinde in Erfahrung bringen, die Auswirkungen auch auf der Erde haben, wo sie im besten Fall Polarlichter erzeugen, im schlimmsten Fall für Zusammenbrüche des Kurzwellenfunks oder der Kommunikation mit Satelliten führen.

Drittens soll die Sonnenmission mehr über den Einfluss der Sonne auf das Weltraumwetter herausfinden und Informationen liefern, die uns für mögliche größere Ausbrüche der Sonne besser rüsten. (tasch, 31.5.2017)

    Share if you care.