Australien will Kinderschändern Pässe entziehen

31. Mai 2017, 15:07
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Verurteilte Sexualstraftäter sollen so an Auslandsreisen nach Asien gehindert werden

Canberra – Als weltweit erstes Land will Australien verurteilten Kinderschändern die Pässe abnehmen, um sie an Auslandsreisen zu hindern. Außenministerin Julie Bishop kündigte am Dienstag einen entsprechenden Gesetzesentwurf an, der noch im Juni im Parlament eingebracht werden soll.

Immer wieder hätten in den vergangenen Jahren australische Pädophile für Wirbel gesorgt, weil sie in asiatischen Ländern wie Thailand, Kambodscha und Indonesien die Armut dort lebender Menschen ausgenutzt hätten, um sich an Kindern zu vergehen. Der Passentzug, so Australiens Justizminister Michael Keenan, sei "absolut eine Weltpremiere" und "das stärkste Vorgehen gegen Kindersextourismus" überhaupt.

Gegen Auflagen verstoßen

Die neue Regelung wird laut Keenan rund 20.000 verurteilte Pädophile betreffen, die ihre Strafe verbüßt haben, aber noch immer im australischen Register für diese Art von Vergehen geführt werden. Allein im vergangenen Jahr, so Außenministerin Bishop, seien fast 800 registrierte Kindersextäter ins Ausland gereist. Viele von ihnen hätten dadurch gegen ihre Auflagen verstoßen, wonach sie die Polizei über Auslandsreisen informieren müssen.

Seit 2010 versucht Australien verstärkt gegen Kindersextourismus vorzugehen. Damals wurde ein Gesetz erlassen, das bis zu 25 Jahre Haft für australische Bürger vorsieht, die Kinder im Ausland sexuell misshandeln.

Bishop zufolge ist das neue Gesetz eine Reaktion auf die Bitte anderer Regierungen in der Asien-Pazifik-Region, schärfer gegen Kindersextourismus vorzugehen. (AFP. red, 31.5.2017)

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