Mehr als die Hälfte der Österreicher nutzt Online-Banking

    31. Mai 2017, 14:24
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    Erste Bank will "George"-Plattform auch Kunden von anderen Banken und außerhalb ihrer Kernmärkte anbieten

    Über vier Millionen Österreicher ab 14 Jahren, also 57 Prozent, erledigen ihre Bankgeschäfte mittlerweile online. Zum Vergleich: 2015 waren es erst 28 Prozent. Schwung in die Sache brachte vor allem die mobile Internetnutzung mit Smartphones und Tablets.

    Benutzerfreundlichkeit wichtig

    Beim Online-Banking steht Benutzerfreundlichkeit ganz oben auf der Agenda: "Alles muss mit drei bis vier Klicks erledigt werden", so die Erste Bank am Mittwoch.

    Mit kundenfreundlichen Apps wollen Banken aber nicht nur Nutzer anlocken, sondern auch die Konkurrenz durch Fintechs, die zahlreich aus dem Boden sprießen, im Zaum halten. Zudem widmen sich auch Amazon und Apple verstärkt dem Thema Zahlungsverkehr. "Banken haben das Thema E-Commerce vor zehn Jahren verschlafen", sagte Peter Bosek, Retailvorstand in der Erste Group, am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

    Bei der Erste Bank zählt man mittlerweile doppelt so viele Log-ins über Smartphones und Tablets wie über PCs. Montag ist laut Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank, der "Online-Banking-Tag". Bis zu 15 Zugriffe pro Sekunde werden nach dem Wochenende getätigt. Der durchschnittliche User ist 37 Jahre alt, jeder fünfte Nutzer ist über 50.

    Eine Million Nutzer

    Die digitale Plattform der Erste Bank und Sparkassen namens "George" zählt zwei Jahre nach der Einführung über eine Million Nutzer. Wer die "George"-App auf seinem Handy hat, loggt sich über dreißig Mal im Monat ein. "Wir wollen erreichen, dass jeder dritte Online-Banking-Nutzer in Österreich "George" verwendet", so Boris Marte, Leiter des Innovationslabors der Erste Bank. Geplant ist, die digitale Plattform auch Kunden von anderen Banken anzubieten.

    Heuer wird die Plattform noch in Tschechien und der Slowakei auf den Markt gebracht, 2018 folgt Rumänien. Bis 2020 soll der Rollout in alle Länder der Erste Group mit 16 Millionen Kunden abgeschlossen sein. Die Erste will ihre Präsenz mit der digitalen Banking-App aber auch außerhalb ihrer Kernmärkte, also in Ländern, wo keine Filialen vorhanden sind, ausbauen. "Für den europäischen Bankenmarkt haben wir eine gute Ausgangsposition", so Bosek, etwas gleichwertiges gebe es in Europa nicht.

    Mit der digitalen Plattform will sich die Erste Bank auch gegen Fintechs aufstellen. Durch die europäische Richtlinie zum Zahlungsverkehr (PSD2) müssen Banken ab Jänner 2018 ihren Konkurrenten und Drittanbietern auf Kundenwunsch Zugriff auf deren Konten und Daten ermöglichen. Davon können besonders Fintechs profitieren, die mit ihren Services beispielsweise das gesamte Finanzleben des Kunden verwalten. Die Erste Bank will dies etwa durch Kooperationen mit Drittanbietern umgehen und die Services auf ihrer Plattform zur Verfügung stellen.

    "iTunes Store für Banking"

    "Mit der Technologie von "George" wollen wir so etwas wie der iTunes-Store im Banking werden", so Bosek. Künftig sollen auch weitere externe Leistungen wie etwa Kundenkarten aus dem Handel in das Online-Banking integriert werden.

    Auch wenn Online-Banking immer mehr an Bedeutung gewinnt, gibt es Skeptiker. 20 bis 25 Prozent der Österreicher sind laut Bosek bezüglich der Datensicherheit misstrauisch und können sich nicht mit Online-Banking anfreunden. "Cyberkriminalität ist natürlich ein großes Thema", so Bosek. Beim digitalen Banking der Erste Bank gibt es laut Bosek für solche Fälle quasi eine Vollkasko-Versicherung für Privatkunden, die knapp 2 Euro pro Monat kostet.

    Die alte netbanking-Plattform der Erste Bank und Sparkassen wird im November 2017 stillgelegt. Die meisten Kunden würden aber schon die neue Plattform "George" nutzen. (APA, 31.5.2017)

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