Schimpansen wissen, wann sie Menschen meiden müssen

4. Juni 2017, 11:00
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Die Menschenaffen scheinen genau abzuwägen, wo ihnen Gefahr droht und wo nicht

Canterbury – Ein Jahr lang – von April 2012 bis März 2013 – haben sich Forscher der Universität Kent auf die Spuren von Schimpansen im westafrikanischen Guinea gesetzt. Dabei folgte das Team um Nicola Bryson-Morrison den Primaten täglich sechs Stunden lang morgens und nachmittags bei der Futtersuche. Sie stellten fest, dass sich die Schimpansen der Gefahren, die vom Menschen ausgehen, sehr bewusst zu sein scheinen – und auch, wo sie ihn ignorieren können.

Am liebsten hielten sich die Schimpansen im Primärwald, also vom Menschen unberührten Waldregionen auf. Diese Vorliebe zog sich durch alle Verhaltensweisen der Tiere. Bei der Futtersuche erkundeten die Schimpansen auch andere Habitate, hielten dabei aber zumeist einen Respektabstand zu menschlichen Kulturflächen ein.

Gefährliche und harmlose Kulturflächen

Das galt laut der im "International Journal of Primatology" erschienenen Studie aber nicht für alle Kulturflächen gleichermaßen. Feldern näherten sich die Schimpansen nicht mehr als 200 Meter an, zu (unbefestigten) Straßen wahrten sie hingegen keinen derartigen Abstand.

Bryson-Morrison vermutet, dass die schlauen Tiere aus Erfahrung wissen, wo das größere Risiko lauert: Auf beiden Arten von Kulturflächen ist die Begegnung mit Menschen wahrscheinlich. Doch sind diese auf Straßen nur auf der Durchreise und kümmern sich nicht sonderlich um die Schimpansen. Ihre Felder hingegen verteidigen sie gegen früchtesammelnde Affen – dort geht man Menschen also besser aus dem Weg. (red, 4. 6. 2017)

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