Kindersäfte: Bis zu sieben Stück Zucker pro Portion

1. Juni 2017, 11:00
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Eine AK-Studie zeigt, dass viele für Kinder vermarktete Getränke wahre Zuckerbomben sind. Dabei gilt häufig: Je billiger das Produkt, desto mehr Zucker ist enthalten

Wien/Linz – Trinkpäckchen und Fruchtsaftgetränke für Kinder enthalten oft viel Zucker, teils auch Aromen, Säuerungsmittel, die den Zahnschmelz angreifen können, und Vitaminzusätze, die "einen fragwürdigen gesundheitlichen Mehrwert suggerieren". Zu diesem Ergebnis kommt ein Test der Arbeiterkammer Oberösterreich. Häufig gilt: je billiger, desto süßer.

Die Konsumentenschützer haben sechs konventionelle und vier Bioprodukte getestet, deren Aufmachung sich speziell an Kinder richtet. Der Zuckergehalt pro 200-Milliliter-Portion lag zwischen 1,8 und 7,2 Stück Würfelzucker. Zum Vergleich: Die maximal empfohlene Menge für einen Erwachsenen sind zwölf Stück pro Tag, für Kinder je nach Alter entsprechend weniger.

Von Natur aus viel Zucker

Acht der getesteten Getränke waren Mischungen aus Saft beziehungsweise Konzentrat und Wasser, der Preis lag zwischen 20 und 80 Cent je 200 Milliliter. Meist war in den billigeren mehr Zucker enthalten als in den teureren. Die anderen beiden Testpäckchen wiesen einen Fruchtgehalt von 100 Prozent auf und enthalten damit von Natur aus besonders viel Zucker. Diese Produkte, die auch hochpreisiger sind, sollten daher nicht als Durstlöscher, sondern als eigenständige Obstmahlzeit angesehen werden, raten die Konsumentenschützer.

Die AK empfiehlt generell, die Getränke selbst zuzubereiten. Geeignet seien ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, gespritzte Fruchtsäfte im Verhältnis 1:3 – oder einfach Wasser. Zwischendurch könne man eines der besser bewerteten Trinkpäckchen aber durchaus als Durstlöscher oder statt einer Obstmahlzeit seinem Kind anbieten. (APA, red, 1.6.2017)

  • Manche der getesteten Produkte sollten wegen des hohen Fruchtanteils als eigenständige Obstmahlzeit statt als Getränk angesehen werden, so die Konsumentenschützer.
    foto: getty images/istockphoto/ lunamarina

    Manche der getesteten Produkte sollten wegen des hohen Fruchtanteils als eigenständige Obstmahlzeit statt als Getränk angesehen werden, so die Konsumentenschützer.

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