Au-pair: Zu Gast in einer Familie

User-Diskussion14. Juni 2017, 09:00
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Für eine Zeit bei einer Familie leben und sich um die Kinder kümmern. Welche Erfahrungen haben Sie als Au-pair gemacht?

Fremde Länder bereisen, die Sprachkenntnisse erweitern und verbessern, die Kultur eines Landes kennenlernen – genau das wollen viele junge Menschen. Das Problem dabei häufig: zu wenig Geld, um ausgiebig zu reisen. Daher gehen vor allem viele junge Frauen als Au-pair zu einer Gastfamilie, so wie Corinna Crestani. Sie war für dreizehn Monate in der amerikanischen Kleinstadt Doylestown, Pennsylvania. "Neues erleben, mal von daheim rauskommen und auf eigenen Beinen stehen" waren die Hauptgründe für einen Au-pair-Aufenthalt.

Selbstständigkeit und Brauchtum

Crestani blickt sehr positiv auf die Zeit bei ihrer amerikanischen Familie zurück: "Von der Gastfamilie ist man natürlich sehr abhängig, allerdings findet man durch das Zusammenleben sofort Anschluss und lernt die neue Kultur aus erster Hand kennen. Jetzt im Nachhinein, war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Ich bin selbstständiger geworden und habe in den Staaten eine zweite Familie gefunden, mit der ich in regelmäßigem Kontakt stehe und die, wie die eigene Familie, immer für mich da ist." Eine andere Kultur hautnah erleben, ist in einer Gastfamilie möglich, auch wenn vielleicht so mancher Brauch irritierend auf den Gast wirkt:

Win-win-Situation

Kinderbetreuung und kleinere Haushaltstätigkeiten stehen auf der To-do-Liste von Au-pairs, was für Gastfamilien eine große Erleichterung ist. Gerade in den Sommermonaten, wo Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen geschlossen haben, wissen viele Eltern nicht, wie sie die Zeit überbrücken sollen. Au-pairs können dabei sehr hilfreich sein, denn sie wohnen bei der Familie und lernen so den Alltag und die familiären Bedürfnisse gut kennen.

Im Normalfall haben Au-pairs einen Dienstvertrag mit den Gasteltern, wo geregelt ist, wie viele Stunden gearbeitet werden muss, welche Tage und Abende frei sind und wie viel Taschengeld sie erhalten. Das vorab abzuklären, ist auch sehr empfehlenswert, da beide Seiten wissen, was sie voneinander erwarten können. Dennoch können Konflikte auftauchen. In solchen Fällen ist es ratsam, die vermittelnde Au-pair-Agentur einzuschalten, um den Streitpunkt aus der Welt zu schaffen. Falls das nicht möglich ist, kann auch ein Wechsel zu einer anderen Familie in Betracht gezogen werden.

Haben Sie Erfahrungen als oder mit Au-pairs?

Waren Sie schon einmal als Au-pair in einem anderen Land? Haben Sie schon einmal einen Au-pair als Gastfamilie beherbergt? An welche skurrilen Bräuche erinnern Sie sich mit einem Schmunzeln? (Judith Handlbauer, 14.6.2017)

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