S&T schluckt Kontron: Umtauschverhältnis zur Sachkapitalerhöhung

31. Mai 2017, 10:13
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Verschmelzung von Kontron auf S&T Deutschland Holding soll bei Hauptversammlungen am 19. und 20. Juni genehmigt werden

Die börsennotierte Linzer S&T AG hat Dienstagabend das Umtauschverhältnis zur geplanten Sachkapitalerhöhung bekanntgegeben. Der Vorstand der S&T AG Österreich habe die Ermittlung des Umtauschverhältnisses von S&T Deutschland Holding AG-Aktien in S&T AG-Aktien abgeschlossen. Damit soll die Übernahme des deutschen Kleincomputerherstellers Kontron erfolgen.

Hauptversammlungen müssen noch zustimmen

Voraussetzung sei, dass die Hauptversammlungen der Kontron AG am 19. Juni und der S&T Deutschland Holding AG am 20. Juni dem Abschluss des Verschmelzungsvertrages zustimmen und die zuständigen Registergerichte die Verschmelzung von Kontron AG auf S&T Deutschland Holding AG eintragen. Dann werde die S&T AG allen neuen S&T Deutschland Holding AG-Aktionären (d.h. den früheren Kontron AG-Aktionären) das folgende Angebot unterbreiten:

Für 39 S&T Deutschland Holding AG-Aktien (dies entspricht 39 Kontron AG-Aktien vor Verschmelzung) werden 10 S&T AG-Aktien und eine Zuzahlung von 15 Cent je gewährter S&T AG-Aktie angeboten werden. Ein erforderlicher Spitzenausgleich erfolgt in bar auf Basis eines Wertes von 3,11 Euro je neuer S&T Deutschland Holding AG-Aktie.

Dazu soll das Grundkapital der S&T AG erhöht werden, und zwar unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts um bis zu 10 Mio. Euro auf bis zu 58,926.657 Euro. Ausgegeben werden bis zu 10 Millionen neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der S&T AG ohne Nennbetrag mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 Euro je Aktie mit voller Gewinnberechtigung ab dem 1.1.2017.

Nach vorliegender Ermittlung des Umtauschverhältnisses werde nun zunächst der Vorstand der S&T AG einen konkreten Kapitalerhöhungsbeschluss fassen und einen entsprechenden Bericht über die Ausgabe von Aktien gegen Sacheinlage aus dem genehmigten Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts veröffentlichen. Nach Einhaltung der 14-tägigen Veröffentlichungsfrist werde der Aufsichtsrat der S&T AG darüber beschließen.

Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen

Die Kapitalerhöhung der S&T AG werde gegen Sacheinlagen erfolgen. Die neuen Aktien werden der SMC Investmentbank AG, München, Deutschland, zum Bezug angeboten mit der Verpflichtung, sie den Aktionären der S&T Deutschland Holding AG zur Zeichnung anzubieten, wobei S&T AG als Aktionärin der S&T Deutschland Holding AG vom Angebot zur Zeichnung ausdrücklich ausgeschlossen ist. Das Bezugsrecht der Aktionäre der S&T AG wird ausgeschlossen. Die Zeichnungsberechtigten übertragen dafür mittelbar über die SMC Investmentbank AG als Sacheinlage mit schuldrechtlicher Wirkung zum 1.1.2017 auf die Gesellschaft ihre neuen Aktien an der S&T Deutschland Holding AG.

Der Technologiekonzern S&T AG mit Sitz in Linz ist mit rund 3.700 Mitarbeitern und Niederlassungen in mehr als 25 Ländern weltweit tätig. Als Systemhaus ist das an der Deutschen Börse und im TecDAX gelistete Unternehmen einer der führenden Anbieter von IT-Dienstleistungen und Lösungen in Zentral- und Osteuropa.

S&T ist aus der ehemaligen Quanmax AG (vormals Gericom AG) und dem Systemhaus S&T System Integration & Technology Distribution hervorgegangen. Die taiwanesische Foxconn erwarb durch ihre Tochter Ennoconn im Herbst 2016 rund 29 Prozent an S&T, unter anderem 14 Prozent vom Investor Erhard Grossnigg. S&T beteiligte sich gleichzeitig mit 30 Prozent an der deutschen Kontron AG. (APA, 31.5.2017)

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