Körperpflege boomt: Drei Viertel der Österreicher verwenden Deo

31. Mai 2017, 10:03
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Shampoos, Haarfärbemittel, Deos, Kuren: Die Österreicher geben für Körperpflege 1,6 Milliarden aus

Wien – Im Jahr 2016 haben die Österreicher rund 1,6 Milliarden Euro für Kosmetikprodukte ausgegeben. Allein in die Hautpflege – Gesicht, Hand und Körper – wurden rund 330 Millionen Euro investiert, berichtete die Branchenplattform "Kosmetik transparent" der APA. 324 Millionen Euro flossen in Form von Shampoos, Balsam, Kuren oder Färbemitteln in die Haare.

Als eine der größten Produktgruppen erzielte die Gesichtspflege einen Absatz von fast 260 Millionen Euro, knapp sechs Millionen mehr als im Jahr davor. In fünf Jahren soll der Umsatz auf fast 305 Millionen Euro steigen, vor allem dank weiteren Neuheiten im sogenannten Anti-Aging-Segment.

Make-up und Co

208 Millionen Euro waren den Österreicherinnen Make-up, Lippenstift und Co wert. Bis 2021 soll der Markt für die dekorative Kosmetik auf fast 238 Millionen Euro wachsen. 42 Prozent der Frauen schminken sich laut den Branchenexperten täglich, 32 Prozent ein- bis sechsmal pro Woche, sieben Prozent ein- bis mehrmals pro Monat. Zwei Drittel finden dabei Wimperntusche unverzichtbar. Für ein weiteres Drittel sind Kajal und Make-up besonders wichtig. Zu Lippenstift (23 Prozent) und Lidschatten (17 Prozent) greifen weniger. Knapp jede vierte Frau kennt übrigens auch Männer, die sich schminken – vor allem mit Concealer oder Lipgloss.

Drei Viertel der heimischen Bevölkerung verwenden täglich ein Deodorant. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14 bis 21 Jahre) benutzen sogar 83 Prozent täglich oder mehrmals täglich ein Deo. Rund 75 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben, um 2,2 Millionen Euro mehr als 2015. Für das Jahr 2021 wird ein Absatz von mehr als 91 Millionen Euro erwartet.

Auch die Herren geben mehr aus

Die Ausgaben für Rasur, Aftershaves, Bad, Dusche, Deo, Haare und Gesicht speziell für den Herrn sind von 85,5 auf 86 Millionen Euro gestiegen, besonders stark die Bereiche Haarpflege und -styling. Bis 2021 soll der Männerpflegemarkt auf rund 96 Millionen Euro anwachsen. "Die Erwartungen reichen über die traditionelle Gesichtspflege weit hinaus. Der Trend geht zur Körperrasur", sagte Plattformsprecher Stefan Kukacka der APA.

Die Ausgaben für Shampoos lagen bei mehr als 70 Millionen Euro, über 82 Millionen werden erwartet. Einen Rückgang von rund 2,6 Prozent auf rund 73 Millionen Euro verzeichnete hingegen der Absatz von Haarstyling-Produkten. Ein Grund könnte der Trend zu mehr Natürlichkeit sein. Nichtsdestotrotz werden die Haare weiterhin gefärbt, ein Drittel der Österreicherinnen macht das regelmäßig selbst. Rund 125 Millionen Euro gaben sie dafür aus.

45 Millionen Euro wurden für Sonnenschutz bezahlt, ein leichtes Plus von rund einem Prozent. In den kommenden fünf Jahren dürfte der Markt auf über 50 Millionen Euro steigen. Bade- und Duschprodukte schlugen mit rund 180 Millionen Euro zu Buche. Für Zahnpflege wurden rund 200 Millionen Euro ausgegeben.

Männerkosmetik

In den meisten Produktsegmenten sei ein moderates Wachstum verzeichnet worden, berichtete Kukacka. Diese Entwicklung werde sich wohl fortsetzen. Bei der Gesichtspflege gehe es vor allem um Feuchtigkeitsversorgung und den Schutz vor lichtbedingter Hautalterung. Im Trend liegen Masken, die Reinigung mit Mizellenwasser sowie Produkte, die man aus dem Kosmetiksalon kennt, wie Reinigungsbürsten oder Laser-Geräte zur dauerhaften Haarentfernung. Haarpflege und Duscherzeugnisse werden laut dem Sprecher verstärkt mit "natürlichen Inhaltsstoffen" wie Tonerde und Ölen daherkommen. Gefragt seien auch "neue Formate" für Duschbäder wie Reinigungs-Mousses.

Im Bereich Männerkosmetik sind noch mehr Kohle-Produkte, Bart-Öle und Körperrasur-Helfer zu erwarten. In Sachen Sonnenschutz tut sich einiges im Bereich handlicher Kleinformate für unterwegs sowie bei Produkten mit Zusatznutzen wie "Schutz und Frische" oder "Schutz und Bräune". (APA, 31.5.2017)

  • Das ist ein Foto aus dem Jahr 1985, heute geht der Trend – zumindest was das Haupthaar betrifft – in Richtung mehr Natürlichkeit. Gefärbt wird dennoch.
    foto: dpa/franz peter tschauner

    Das ist ein Foto aus dem Jahr 1985, heute geht der Trend – zumindest was das Haupthaar betrifft – in Richtung mehr Natürlichkeit. Gefärbt wird dennoch.

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