Flynn will Dokumente zur Russland-Affäre vorlegen

31. Mai 2017, 05:55
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Unterlagen werden ab 6. Juni ausgehändigt – Unklarheit über Vorladung von Trumps Anwalt Michael Cohen

Washington – Die Ermittlungen über eine mögliche Verstrickung Russlands in den US-Wahlkampf kommen im Senat voran. Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, Michael Flynn, werde wie vom Kongressausschuss gefordert Dokumente aushändigen. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf einen Flynn-Vertrauten.

Flynns Anwälte hätten dem Ausschuss am Dienstag (Ortszeit) kurz vor Ablauf einer entsprechenden Frist schriftlich zugesichert, die Unterlagen ab 6. Juni auszuhändigen – dem spätest möglichen Zeitpunkt, um eine angedrohte Strafe zu umgehen.

Zunächst Aussageverweigerung angekündigt

Der frühere Sicherheitsberater hatte zunächst angekündigt, von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch zu machen, das vor möglicher Selbstbelastung schützt. Er war im Februar zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er über Kontakte nach Russland während des US-Wahlkampfs gelogen hatte. Damals war er einer von Trumps engsten Beratern.

Moskau soll versucht haben, den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten Trumps zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang untersuchen die Bundespolizei FBI und mehrere Kongressausschüsse, ob es Absprachen des Wahlkampflagers des Republikaners mit Russland gegeben hat.

Verwirrung um Vorladung von Trump-Anwalt

Unklar blieb am Mittwoch zunächst, ob Trumps Anwalt Michael Cohen vom Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses vorgeladen wurde. Mehrere mit der Untersuchung vertraute Personen dementierten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine entsprechende Meldung der Nachrichtenagentur AP. Cohen selbst hatte dem Sender ABC erklärt, er sei zwar aufgefordert worden, Ermittlern beider Kongresskammern Informationen zur Verfügung zu stellen. Er habe dies jedoch abgelehnt, weil das entsprechende Schreiben schlecht formuliert und zu breit angelegt gewesen sei. (APA, Reuters, 31.5.2017)

  • Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn hatte zunächst angekündigt, von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch zu machen.
    foto: reuters/carlos barria

    Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn hatte zunächst angekündigt, von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch zu machen.

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