Syrien: USA begannen mit Waffenlieferungen an kurdische Kämpfer

31. Mai 2017, 11:33
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Gegen den Willen der Türkei

Washington – Die USA haben am Dienstag damit begonnen, Waffen an Kurdenmilizen in Syrien zu liefern, die sich an der Befreiung der Stadt Raqqa vom "Islamischen Staat" beteiligen. Damit haben die USA beim Nato-Partner Türkei großen Unmut hervorgerufen.

Kurdische Kämpfer hätten am Dienstag kleine Waffen und Fahrzeuge von der US-Armee erhalten, sagte Pentagon-Sprecher Adrian Rankine-Galloway. Ein anderer Vertreter der US-Regierung, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Ausgabe der Waffen habe in den vergangenen 24 Stunden auf Basis einer Ermächtigung durch Präsident Donald Trump begonnen.

Konflikt mit Türkei

Zunächst gab es keine Reaktion der Türkei. Diese hatte die USA vor einem solchen Vorgehen gewarnt. Die beiden Länder streiten seit Monaten über die US-Militärhilfe für die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die die Türkei wegen ihrer engen Verbindung zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrorgruppe betrachtet. Sie befürchtet, dass Waffen für die YPG letztlich in den Händen der PKK landen und gegen die Türkei verwendet werden.

Die US-Regierung schätzt hingegen die YPG-Miliz als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen den IS. Ungeachtet des erbitterten Widerstands der Türkei hatte das US-Verteidigungsministerium vergangene Woche angekündigt, die YPG für die Offensive auf die IS-Hochburg Raqqa mit schweren Waffen auszurüsten.

Marschflugkörper-Angriffe nahe Palmyra

Indes hat die russische Marine IS-Stellungen östlich der Oasenstadt Palmyra mit Marschflugkörpern beschossen. Die vier Geschoße wurden am Mittwoch von einer Fregatte und einem U-Boot im östlichen Mittelmeer abgefeuert, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Der Angriff habe IS-Stellungen mit schweren Waffen und zahlreichen Kämpfern getroffen.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin über den erfolgreichen Einsatz informiert, meldeten russische Agenturen. Vor dem Angriff setzte das russische Militär die USA, die Türkei und Israel in Kenntnis. Russland kämpft im Syrien-Krieg aufseiten von Präsident Bashar al-Assad. Seit dem militärischen Eingreifen im Herbst 2015 hat die russische Armee auch Marschflugkörper aus dem Kaspischen Meer abgeschossen und Langstreckenbomber eingesetzt. (APA, Reuters, 31.5.2017)

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