Was Trekkingsandalen und Steppwesten in der Fußgängerzone zu suchen haben

    Kolumne1. Juni 2017, 10:00
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    Mittlerweile ist die Outdoormode auf New Yorks Straßen und bei den Modewochen angekommen

    Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde in den USA ein neuer Trend ausgerufen. Der lautete: Fleecewesten, Trekkingsandalen, Steppjacken von North Face bis Patagonia trägt man neuerdings auch in den Straßen New Yorks. Und nicht nur da. Was früher einmal zur Bergwanderung ausgepackt wurde, hat es während der Modewochen bereits in Reihe eins geschafft: A$AP Rocky sah sich die letzte Calvin-Klein-Show in einer orangefarbenen Fleecejacke an. So saßen früher nur Studenten einschlägiger Studiengänge in der Uni-Vorlesung.

    Einen Namen hat die neu erwachte Liebe für die hässliche Funktionsmode auch schon: "Gorpcore" nennt das amerikanischen Onlinemagazin "The Cut" diesen Trend. Er knüpft an die "Normcore"-Bewegung, die Entdeckung des "Normalen" vor rund drei Jahren an.

    Diese Meldung dürfte das hiesige Modeherz erfreuen. In Österreich ist man schließlich Vorreiter dieses jetzt auch international wahrgenommenen Trends: Outdoor wurde schon immer gern und ohne Scheu zum Einkaufen in Wiens Mariahilfer Straße getragen.

    foto: apa/afp/ angela weiss
    A$AP Rocky besuchte im Februar in einer orangefarbenen Fleecejacke die Calvin-Klein-Show in New York.

    Bei Prada in Mailand liefen zuletzt Outdoor-Rucksäcke, Stirnbänder und Trekkingsandalen über den Laufsteg, Marni hat ein glitzerndes Modell im Programm.

    foto: apa/afp/guiseppe cacace
    Prada gibt sich Outdoor-affin.
    foto: stylebop
    Luxus-Trekkingsandale von Marni.

    Und auch umgekehrt wird ein Schuh daraus. Der "Gorpcore"-Trend hat dem gemeinen Hipster Geschmack gemacht auf die Natur.

    In Williamsburg, Berlin-Mitte oder Wien-Neubau gefangen in mehr oder minder schlecht bezahlten Kreativjobs, entdeckt der Hipster-Hippie jetzt die große Freiheit, fährt mit dem Van raus in die Welt und hält den Spaß auf Instagram fest.

    Einer von ihnen ist der Amerikaner Foster Huntington. Er kündigte seinen Job bei Ralph Lauren, um mit seinem VW-Bus um die Welt zu reisen und darüber einen Blog zu schreiben. Mittlerweile macht er mit seinem #vanlife (auf Instagram wurde der Hashtag bereits fast 1,5 Millionen Mal vergeben) ordentlich Geld – und ist Vorbild für andere.

    Waking up in a hammock on one of the first days of summer

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    Wir kommen dann wahrscheinlich auch demnächst auf den Geschmack – wenn die Trekkingsandale ihre Bequemlichkeit offenbart hat. (Anne Feldkamp, 1.6.2017)

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