NordLB streicht jede fünfte Stelle

30. Mai 2017, 13:03
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Neuer Vorstandschef Bürkle stellt alles auf den Prüfstand

Frankfurt – Die NordLB will sich mit Stellenstreichungen im großen Stil und Beteiligungsverkäufen aus der Krise kämpfen. Der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef Thomas Bürkle kündigte am Dienstag an, dass in den kommenden Jahren jeder fünfte Arbeitsplatz wegfallen wird. Das Institut wolle seine Kosten bis Ende 2020 um 150 bis 200 Millionen Euro drücken und deshalb "mit bis zu 1.250 Stellen weniger auskommen als heute". Derzeit hat die drittgrößte deutsche Landesbank rund 6000 Mitarbeiter.

Im Rahmen des Umbaus stellt Bürkle sämtliche Teile des NordLB-Konzerns inklusive aller Töchter und Beteiligungen auf den Prüfstand. Dazu zählt auch der Immobilienfinanzierer Deutsche Hypo, der rund 400 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr einen Vorsteuergewinn von 105 Millionen Euro einfuhr. Bisher sei allerdings noch keine Entscheidung über einen möglichen Verkauf der Tochter getroffen worden, sagte ein Banksprecher. Durch die Veräußerung von Tafelsilber könnte die NordLB ihre Kapitalquote stärken. Auf der anderen Seite würden ihr künftig die Gewinnbeiträge der Deutschen Hypo fehlen.

"Leichte Hoffnung auf Besserung"

Die NordLB leidet wie viele andere deutsche Geldhäuser unter der Krise in der Schifffahrt, die seit Jahren mit Überkapazitäten kämpft. Von Januar bis Ende März hat sich die Lage wegen der anziehenden Weltwirtschaft zwar etwas aufgehellt. Es gebe eine "leichte Hoffnung auf Besserung", schreibt die NordLB in ihrem Quartalsbericht. Entwarnung könne die Bank deshalb jedoch nicht geben, betonte Bürkle. Die Schiffskrise werde sie "weiter vor große Herausforderungen" stellen.

Im ersten Quartal fuhr die NordLB einen Vorsteuergewinn von 255 Millionen Euro ein, weil sie deutlich weniger Geld für ausfallgefährdete Schiffskredite zurücklegen musste als im Vorjahresquartal. Damit komme die Bank ihrem Ziel näher, auch im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben, sagte Bürkle.

Ihr Schiffsportfolio reduzierten die Hannoveraner seit Jahresbeginn um rund eine Milliarde auf knapp 16 Milliarden Euro. Bis Ende 2018 sollen es nur noch zwölf bis 14 Milliarden Euro sein. Oberste Priorität hat es für Bürkle dabei, einen ausreichend dicken Kapitalpuffer zu bewahren. Im ersten Quartal sank die harte Kernkapitalquote um 0,8 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent. Die NordLB liegt damit gut zwei Prozentpunkte über den Mindestanforderungen der Bankenaufsicht, steht aber deutlich schwächer da als viele Konkurrenten. In den kommenden Quartalen rechnet das Institut wieder mit einer steigenden Kapitalquote. (Reuters, 30.5.2017)

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