Raubkunst aus Wien: Venedig-Ansicht von Marieschi bei Sotheby's

29. Mai 2017, 14:21
3 Postings

Ölgemälde aus 1739-40 wurde der jüdischen Wiener Familie Graf geraubt und war über Jahrzehnte verschollen

London/Wien – Raubkunst aus Wien bei Sotheby's London: In der Altmeister-Auktion am 5. Juli kommt das venezianische Ölgemälde "La Punta della Dogana e san Giorgio Maggoire" von Michele Marieschi aus 1739-40 zur Versteigerung. Das Bild wurde der Wiener Familie Graf nach ihrer Flucht ins Ausland durch die Nazis geraubt und war jahrzehntelang verschollen. Es soll 500.000 bis 700.000 Pfund (573.460 bis 802.844 Euro) einbringen.

Die ursprünglichen Besitzer, Heinz und Anny Graf, hatten das Gemälde erst kurz vor dem "Anschluss" im Jahr 1937 erworben, 1938 flüchtete die Familie über Frankreich und Portugal schließlich in die USA. Ihre Kunstsammlung hatten sie in Wien eingelagert, 1940 wurde sie geplündert und versteigert.

Erst vor 15 Jahren, lange nach dem Tod der ursprünglichen Besitzer, wurde das Bild, das sich seit 1953 in Privatbesitz befand, wieder ausfindig gemacht. Der Besitzer hatte es in gutem Glauben erworben – nach jahrelangen Verhandlungen hat man sich nun auf einen Vergleich und einen Verkauf geeinigt. (APA, 29.5.2017)

    Share if you care.