Österreich stellte in Rom Relocation-Antrag

29. Mai 2017, 12:25
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Übernahmeersuchen wird jetzt von italienischem Innenministerium geprüft

Rom/Wien – Österreich hat in Italien einen ersten Antrag für die Aufnahme von 15 unbegleiteten Minderjährigen, Familien, und anderen schutzbedürftigen Personen im Rahmen des EU-Umverteilungsprogramms gestellt. Der Antrag wird jetzt vom Innenministerium in Rom geprüft.

Das Innenministerium in Wien hat Italien seine Bereitschaft signalisiert, insgesamt 50 Personen aufzunehmen. Dies soll in zwei Tranchen von 15 Personen und einer weiteren von 20 Flüchtlingen erfolgen. "Erst nach erfolgreich durchgeführter Überstellung der ersten 15 Flüchtlinge werden dann die beiden anderen Übernahmeersuchen an Italien eingereicht", berichtete Wolfgang Dür, Verbindungsbeamter des österreichischen Innenministeriums in Rom.

EU-Programm kommt langsam in Bewegung

"Italien prüft, welche Personen, die sich in den Flüchtlingseinrichtungen des Landes befinden, für die Relocation in Österreich in Frage kommen. Wir warten auf eine Liste von Personen, die wiederum das Innenministerium in Wien prüfen wird. Die Namen auf der Liste, sowie die Fingerabdrücke werden kontrolliert. Danach wird mitgeteilt, welche Personen aufgenommen werden können", so Dür. Der Ball liege jetzt bei den Italienern.

Das EU-Programm zur Flüchtlingsumverteilung kommt in Italien allmählich in Bewegung. 6.193 Asylsuchende haben bisher im Rahmen des Programmes Italien verlassen. Dieses sieht die Umverteilung von insgesamt 39.600 Personen aus Italien in andere EU-Mitgliedsstaaten vor.

Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) lobte Österreich für den Antrag. "Das EU-Relocationprogramm ist nicht gescheitert. Es ist das wichtigste System zur Aufteilung der Verantwortung unter EU-Staaten. Mehr Solidarität ist jedoch notwendig, damit sich mehr Menschen an diesem Programm beteiligen können. In dieser Hinsicht ist Österreich lobenswert, das 50 Plätze für unbegleitete Minderjährige zur Verfügung gestellt hat", sagte Barbara Miolinardio, UNHRC-Sprecherin in Italien im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag. (APA, 29.5.2017)

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