Spiegelhaus: Ein Baumhaus als Meister der Tarnung

Ansichtssache5. Juni 2017, 14:00
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In den Wipfeln dreier Kiefern steht im deutschen Heilbronn ein verspiegelter Würfel auf sechs Metern Höhe – ein modernes Baumhaus, das auf den ersten Blick fast unsichtbar ist.

foto: laura fiorio

Während sich die meisten Baumhäuser durch den Einsatz natürlicher Materialien – allen voran Holz – auszeichnen, tarnt sich der "Mirror Cube" des Architekten Andreas Wenning von der Firma "baumraum" auf eine andere Art und Weise: durch Spiegelung.

Fast futuristisch mutet das acht Quadratmeter große Haus in sechseinhalb Metern Höhe an. Es steht in Heilbronn in Deutschland.

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foto: laura fiorio

Was außen an Holz fehlt, wurde im Innenraum verarbeitet – und zwar in Form von massiver, geölter Eiche. Das Baumhaus ist eine gedämmte Holzrahmenronstruktion.

Durch die großen Fenster und ein Oberlicht fällt viel Licht ins Innere. Die Glasfronten geben den Blick über einen großen Garten und die umliegenden Weinberge frei. "Seine besondere Lage macht dieses Kleinod für die Besitzer besonders reizvoll", sagt Wenning.

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foto: laura fiorio

Das Baumhaus ist mit gepolsterten Bank- und Sofaflächen, Elektrizität und einer Heizung ausgestattet. Eine der Sofaflächen lässt sich erweitern und wird so zum Schlaflager für die Nacht. Eingebaute Laden sorgen für Stauraum.

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foto: laura fiorio

Die Architekten haben den "Mirror Cube" in eine Gruppe von Kiefern integriert, die Kabine selbst ruht auf vier Stützen und Rahmen aus verzinktem Stahl.

Auf fünf Metern Höhe gibt es außerdem eine 14 Quadratmeter große Terrasse, die durch Seilaufhängungen und Gurtschlaufen von einer Kiefer getragen wird. Zum Baumhaus gehören außerdem drei Treppenläufe.

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foto: laura fiorio

Als Fassadenwerkstoff wurde hoch spiegelnder Edelstahl verwendet. Durch die Reflexion der Umgebung an der Fassade wird das Baumhaus fast unsichtbar.

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foto: laura fiorio

Bei der Planung wurde ein besonders Augenmerk auf den schonenden Umgang mit den Bäumen gelegt. Die Seilaufhängungen wurden gewählt, um die Baustämme der Kiefern nicht zu verletzen, heißt es von den Architekten. (red, 5.6.2017)

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