Andrea Camilleris "Die Spur des Lichts": Sizilianische Verwerfungen

29. Mai 2017, 12:47
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Der Autor lässt in seinem neuen Buch in den Kosmos eines italienischen Städtchens die Verwerfungen der großen Welt eindringen

Der fleißige Andrea Camilleri bewegt sich in seinem neuen Krimi wieder im bewährten Biotop. Commissario Montalbano nimmt sich frei, weil er das Theater um den Besuch eines Politikers in Vigata nicht ausstehen kann. Der Innenminister will sich Flüchtlingsunterkünfte ansehen, nachdem er zuvor Lampedusa besucht hat.

Aber es wird nichts aus dem Kurzurlaub. Wobei sich der zunächst gut anlässt. Montalbano besucht die eben eröffnete Galerie in Vigata und trifft auf eine faszinierende Besitzerin, die einem Techtelmechtel nicht abgeneigt scheint. Da ruft die Pflicht: Eine hübsche Frau wurde überfallen und ein Supermarkt ausgeraubt. Die Frau ist mit dem Besitzer des Geschäfts verheiratet, könnte aber seine Tochter sein. Eine Konstellation, die selten gut ausgeht.

Camilleri lässt in den Kosmos des sizilianischen Städtchens die Verwerfungen der großen Welt eindringen. Und Montalbano überdenkt seine Versäumnisse, Fehler, Katastrophen, die er – vielleicht – hätte verhindern können. Manchmal darf ein Commissario auch weinen. (Ingeborg Sperl, 29.5.2017)

Andrea Camilleri, "Die Spur des Lichts". € 20,- / 268 Seiten. Bastei Lübbe, 2017

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  • Andrea Camilleri, "Die Spur des Lichts". € 20,- / 268 Seiten.  Bastei Lübbe, 2017
    foto: lübbe

    Andrea Camilleri, "Die Spur des Lichts". € 20,- / 268 Seiten. Bastei Lübbe, 2017

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